Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Filmfestival
Berlinale eröffnet mit Schweigeminute

70. Berlinale, Eröffnungsgala: Das Publikum steht während einer Schweigeminute für die Opfer des Anschlages in Hanau bei der feierlichen Eröffnung der Internationalen Filmfestspiele.
70. Berlinale, Eröffnungsgala: Das Publikum steht während einer Schweigeminute für die Opfer des Anschlages in Hanau bei der feierlichen Eröffnung der Internationalen Filmfestspiele. © Foto: Michael Kappeler/dpa
Christina Tilmann / 20.02.2020, 20:58 Uhr - Aktualisiert 21.02.2020, 18:14
Berlin (MOZ) Sie haben wirklich einen schweren Start. Nachdem alle Dramen von abgesprungenen Sponsoren, weggebrochenen Spielstätten und eine zur Unzeit bekanntgewordene NS-Vergangenheit des ersten Berlinale-Leiters Alfred Bauer so souverän gemanagt wurden, wie das unter solchen Umständen nur geht, soll es nun endlich losgehen mit der 70. Berlinale unter neuer Leitung von Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek. Da geschieht am Vorabend der schreckliche Anschlag von Hanau, und wieder müssen die neuen Chefs spontan und schnell eine schwierige Situation bewältigen.

Hatte sich der Moderator Samuel Finzi noch ziemlich verstolpert und blass am Donnerstag Abend im Berlinalelpalast durch den ersten Slot der Eröffnungszeremonie gekämpft, bis aus dem Publikum unwillig Schweigen und Gedenken eingefordert wurde, ist es an der Geschäftsführenden Direktorin Mariette Rissenbeek, das richtige Signal zu setzen, indem sie mit wenigen Worten des Mitgefühls und der Betroffenheit den Saal zu einer Gedenkminute auffordert.

Carlo Chatrian, der Italiener, der bislang als Künstlerischer Leiter vor allem bei Filmen eloquent wurde, findet anschließend den richtigen Ton, wenn er daran erinnert, dass Kino verbindet und Gemeinschaften zum Träumen bringt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters bewegt den Saal mit ihrem energischen Eintreten gegen jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD spontan erneut zu Standing Ovations. Und Michael Müller, der Regierende Bürgermeister von Berlin, erklärt, noch sichtlich entnervt von einer Parlamentssitzung, aus der er gerade kommt: "Die AfD will ein anderes Land. Und in deren Land will ich nicht leben".

Starke Töne zum Festivalauftakt, und ein Neustart, der noch nicht seinen Rhythmus gefunden hat. Man sehnt sich, bei der teils unbeholfen, teils unglamourösen Show nach Anke Engelkes Witz und Charme zurück. Doch die deutsche Schauspielriege von Nina Hoss bis Meret Becker, von Wim Wenders bis Doris Dörrie, von Iris Berben bis Alexandra Maria Lara ist zahlreich erschienen und feiert nach dem Eröffnungsfilm am Kulturforum weiter.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG