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Kultur digital
Berliner Theater streamen ihre Vorstellungen live

Das Theater "Hebbel am Ufer" in Berlin hat in der Corona-Krise ein Online-Festival kreiert: "Spy on me #2". Hier die Intendantin des HAU, Annemie Vanackere, 2012 bei einer Pressekonferenz.
Das Theater "Hebbel am Ufer" in Berlin hat in der Corona-Krise ein Online-Festival kreiert: "Spy on me #2". Hier die Intendantin des HAU, Annemie Vanackere, 2012 bei einer Pressekonferenz. © Foto: Britta Pedersen/dpa
Merle Hilbk / 21.03.2020, 04:30 Uhr - Aktualisiert 21.03.2020, 15:04
Berlin (MOZ) Wie gehen die Berliner Kulturschaffenden mit der Corona-Krise um? Sie verlagern die Kunst nahezu flächendeckend ins Netz.

In einem unglaublichen Tempo haben nicht nur staatliche Häuser, sondern auch kleine Theater Streamingplattformen aus dem digitalen Boden gestampft, um sich bei Kulturinteressierten in Erinnerung zu halten ­– und vielleicht sogar neue Kunden für ihr Programm zu begeistern. Wie das vor sich geht? Die Künstler spielen vor leeren Rängen und werden dabei gefilmt, und dieser Film wird direkt live im Netz übertragen. In erstaunlicher Qualität, denn die meisten arbeiten mit Spezialanbietern zusammen.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.

Das HAU beispielsweise hat schnell ein Online-Festival kreiert: "Spy on me #2" (www.hebbel-am-ufer.de). Das bietet unter anderem Vorträge über das Verhältnis von Online- zu Offline-Welt. Am Sonnabend, 21. März, präsentiert das internationale Netzwerk "dgtl fmnsm" live auf dem Youtube-Kanal des HAU besondere "Perspektiven auf Technologieerzählungen".

Das BKA-Theater präsentiert am selben Abend um 20.30 Uhr per Facebook-Stream die, wie die Theatermacher es nennen,  "Corona-Ausgabe" der Show "Pailette geht immer" mit Dragqueen Jurassica Park (www.bka-theater.de/index.php). Das Literaturhaus an der Fasanenstraße in Charlottenburg bietet unter "Li-Be in Zeiten von Corona" derzeit Audio-Files von Lesungen an, abzurufen über Facebook und Twitter (www.literaturhaus-berlin.de/programm). Den Auftakt macht eine Hölderlin-Sammellesung, mit dabei Durs Grünbein und Alban Nikolai Herbst.

Vorlesestunde für Kinder

Aber auch Kulturschaffende, die normalerweise hinter den Kulissen arbeiten, bieten in diesen Tagen (kostenlose) Ablenkung im Netz an. Beispielsweise liest die Schauspielerin Anja Jacobsen, Kindern jeden Tag in einer "Facebook-Watchparty" um 11 Uhr aus Buchklassikern wie zum Beispiel "Ronja Räubertochter" vor (www.facebook.com).

Über das Internet lassen sich auch verschiedene internationale Theaterszenen vergleichen. Das Theater-Portal "nachtkritik.de" bietet einen täglichen Online-Spielplan der großen Bühnen der Welt an – von der Wiener Staatsoper bis hin zur Metropolitan Opera, zu deren Streams das Portal per Internet-Link führt (www.nachtkritik.de).

Zum Schluss noch ein Tipp für den Abend des 21. März: Der "nachtkritik"­-Stream aus dem Staatstheater Mainz, das Vladimir Sorokins "Ljod-Das Eis-Die Trilogie" auf die Bühne bringt – eine böse Satire über eine Geheimgesellschaft, die die Welt von Menschen befreien will. Aber wie das so ist bei diesem Autor: Die Situation entwickelt sich so absurd, wie sich niemand vorstellen kann. Fast so wie im realen Berlin, in Zeiten der Pandemie.

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