Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fleetwood Mac
Musikwelt trauert um Peter Green

Prägte den Bluesrock der späten 60er-Jahre: der britische Gitarrist und Sänger Peter Green (1946–2020)
Prägte den Bluesrock der späten 60er-Jahre: der britische Gitarrist und Sänger Peter Green (1946–2020) © Foto: Mark Lennihan/dpa
dpa / 27.07.2020, 04:45 Uhr
London (dpa) Genialer Gitarrist, Drogenmissbrauch, religiöser Kult: Der britische Gitarrist, Sänger und Mitgründer der Band Fleetwood Mac, Peter Green, ist tot.

Er sei friedlich im Schlaf im Alter von 73 Jahren gestorben, teilten Familienmitglieder am Sonnabend in einer offiziellen Stellungnahme mit. Green gründete gemeinsam mit dem Schlagzeuger Mick Fleetwood 1967 in London die legendäre Band Fleetwood Mac. Seine Familie kündigte eine weitere Stellungnahme für die nächsten Tage an. Musiker wie Peter Frampton würdigten ihn als großartigen Gitarristen.

Greens Leben glich einer Achterbahnfahrt. Er galt als einer der besten Blues- und Rockgitarristen ("The Ende Of The Game", "In The Skies"). Die Gruppe Fleetwood Mac feierte ihre größten Erfolge allerdings ohne ihn. Denn schon drei Jahre nach der Gründung stieg der Musiker wieder aus der Band aus – es folgte ein sozialer Abstieg.

Der Blues-Rock-Gitarrist litt unter Drogenmissbrauch und Schizophrenie, wie Biografen berichteten. Lange Zeit wurde Green in der Psychiatrie behandelt. Den Großteil der 1970er-Jahre verschwand der Musiker von der Bildfläche. Er soll zeitweise auf der Straße gelebt, als Friedhofsgärtner gearbeitet und eine Zeit in einem israelischen Kibbuz verbracht haben, hieß es.

Sein Idol hieß Eric Clapton

Green wurde 1946 als Sohn einer jüdischen Arbeiterfamilie im Londoner Stadtteil Bethnal Green geboren. Schon in jungen Jahren begeistert er sich für US-amerikanische Bluesmusiker wie B. B. King, Muddy Waters und Freddie King. Mit elf Jahren lernte er die ersten Gitarrengriffe. Im Alter von 15 Jahren begann der Teenager, professionell Gitarre zu spielen und bekam fünf Jahre später die Chance, als Leadgitarrist für die Instrumentalband Peter B’s Looners auf der Bühne zu stehen. Wenig später wurde er als Ersatz für sein Idol Eric Clapton bei John Mayalls Bluesbreakers engagiert.

Mitten im Blues-Boom gründete Green im Sommer 1967 Fleetwood Mac, zusammen mit seinen Bluesbreakers-Kollegen Fleetwood und John McVie am Bass. Der von Green komponierte Instrumentalsong "Albatross" bescherte der Gruppe im Winter 1968/69 den ersten Nummer-eins-Hit und katapultierte sie an die Spitze der britischen Musikszene. Auch andere erfolgreiche Songs wie "Man Of The World", "Oh Well" sowie "Black Magic Woman", der später ein Welthit für Carlos Santana wurde, stammen aus Greens Feder.

Doch der schnelle Aufstieg zeigte bald seine Schattenseiten: Green verkraftete den Medienrummel nicht, und seine Experimente mit der Droge LSD wurden immer extremer. Sein Leben zwischen Musik und Drogen kommentierte er später einmal in einem Interview: "Das Schlimmste, was mir im Leben passiert ist, das sind die Drogen – das Beste war, einen Nummer-eins-Hit zu landen."

Gegen Ende des Jahrzehnts gelang Green 1979 überraschend ein Achtungserfolg mit dem von religiösen Themen inspirierten Album "In The Skies". Fleetwood Mac schwammen währenddessen in neuer Formation – und mit Pop- statt Bluesrock – auf einer Erfolgswelle. Das 1977 erschienene Album "Rumours" verkaufte sich bis heute weltweit mehr als 40 Millionen Mal.

Trotz kleiner Solo-Erfolge gelang Green kein größeres Comeback, bis er 1996 mit einer Gruppe befreundeter Musiker neu an den Start ging. Der britische "Daily Telegraph" sprach damals vom auf die Erde zurückgekehrten Rockstar. Frei von Drogen, veröffentlichte Green mit der Peter Green Splinter Group einige Alben, bis sich die Band 2004 auflöste. Für Musikexperten war er schon zu Lebzeiten eine Blues-Legende und mit seinem sanften Sound einer der einflussreichsten Gitarristen der vergangenen Jahrzehnte.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG