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Killer tauscht Knarre gegen Kochtopf

Simon Rayß / 13.02.2017, 23:15 Uhr - Aktualisiert 13.02.2017, 23:22
Berlin (MOZ) Ratlosigkeit ist ein verlässlicher Begleiter auf der Berlinale. Jedes Jahr kommen Filme daher, die radikal gegen europäische Sehgewohnheiten inszeniert sind. Wenn sich die erste Verwirrung legt, bleibt entweder großes Glück zurück - oder Sodbrennen.

"Mr. Long" ist so ein Film. Der Wettbewerbsbeitrag erzählt von einem Taiwanesen in Japan. Ein Auftrag hat ihn dorthin geführt, Long ist nämlich Profikiller. Wer jetzt einen Action-Thriller erwartet, wird sich auch bestätigt sehen - zumindest in den ersten 15 Minuten. Fiebrige Großstadtbilder, wummernder Elektro-Jazz, Gemetzel, gekonnt inszeniert von Hiroyuki Tanaka, auch Sabu genant.

Doch der Berlinale-Veteran - "Mr. Long" ist sein neunter Film im Festival - will mehr. Wenn die Hauptfigur untertaucht und zum Koch und Familienmenschen mutiert, beginnt ein verwirrendes Genre-wechsel-dich-Spiel. Rührseliges Drama folgt auf brutales Gekloppe, Vergewaltigung auf Holzhammer-Humor. So hinterlässt diese fernöstliche Variante von "Léon - Der Profi" doch vor allem eins: Übelkeit.(sir)

Heute, 9.30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele; 14.15 und 22 Uhr, Friedrichstadt-Palast; Sonntag, 12.15 Uhr, Haus der Berliner Festspiele

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