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Sally Potter zeigt die Eliten-Komödie "The Party"

Mord ist eine Option

 The Party
The Party © Foto: Berlinale/Oxwich Media Limited/ Adventure Pictures Limited
Mathias Puddig / 13.02.2017, 23:19 Uhr - Aktualisiert 13.02.2017, 22:52
Berlin (MOZ) Bill hat den Blues: Seine Frau Janet ist gerade zur Ministerin aufgestiegen, will das Erreichen der Karrierespitze feiern und hat deshalb Freunde eingeladen - doch was legt Bill (Timothy Spall) auf? Genau, Blues. Das werden auf diesem Fest nicht die einzigen Misstöne bleiben. Regisseurin Sally Potter hat in ihrem Berlinale-Wettbewerbsbeitrag "The Party" Dutzende Untiefen eingebaut. Bill selbst platzt gleich mit zwei Enthüllungen heraus.

Es darf gelacht werden. Denn Potter ist mit ihrem Kurz-Kammerspiel - es dauert nur 71 Minuten - eine Komödie gelungen, bei der keine ihrer sieben linksliberal-saturierten Figuren ungeschoren davonkommt. Zwar treten gerade die Frauen anfangs noch sehr ministeriell auf, während die Männer durch die Bank einen Knall haben. Doch auch ihre Fassade bröckelt nach und nach. Für den Zuschauer ist das ein großes Vergnügen: Potter erzählt schnell, konzentriert und intelligent. Kaum eine Minute vergeht ohne eine Pointe, die man am liebsten mitschreiben würde. "Mord ist eine Option, selbst wenn er der Karriere schadet", heißt es schließlich.

Filmisch ist das alles blitzsauber, auch dem Ensemble - neben Spall und Thomas treten Patricia Clarkson, Bruno Ganz, Cherry Jones, Emily Mortimer und Cillian Murphy auf - schaut man ungeheuer gern zu. Und doch wirkt dieser Film merkwürdig elitär - und dadurch etwas aus der Zeit gefallen.(mpu)

Heute, 12 und 20 Uhr, Friedrichstadt-Palast; 12.30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele; Sonntag, 14.45 Uhr, Berlinale-Palast

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