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Schwammbefall fordert Handwerker heraus

sgoettmann / 10.03.2010, 21:19 Uhr
Bad Freienwalde Hinter der mit einer Plane verhängten Fassade des Hauses, Uchtenhagenstraße 3, neben dem Oderlandmuseum hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Trotz der strengen Minustemperaturen schritten die Bauarbeiten gut voran. In das Haus, das der Stadt Bad Freienwalde gehört, wird die Tourist-Information einziehen.

"Die Bauleute haben die ganze Zeit gearbeitet", lobt Rainer Texdorf, seit 1. März Leiter des Bau- und Ordnungsamtes im Bad Freienwalder Rathaus. Lediglich als das Thermometer unter minus 20 Grad fiel, seien die Bauarbeiten kurzzeitig ausgesetzt worden. So dürfte das Haus, in dem sich die Uchtenhagen-Galerie befand, noch in diesem Jahr fertig werden. Danach wird die Tourist-Information aus dem Oderlandmuseum dorthin umziehen. Die Stadt investiert fast 645 000 Euro.

"Wir haben das Haus zuerst entkernt und richten jetzt wieder die alten Holzbalkendecken her", berichtet der Bad Freienwalder Bauunternehmer Ralf Seltenheim. Das alte Gebäude wieder herzurichten, sei eine schwierige Herausforderung, die aber nicht unlösbar sei. Die Firma arbeite mit alten Handwerkstechniken, um die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllen zu können. Da das Haus für die Öffentlichkeit zugänglich ist, müsse es den Erfordernissen des Brandschutzes entsprechen, so Ralf Seltenheim. Daher müssten beispielsweise die Decken abgehängt werden.

Viele Balken im Haus hätten wegen Schwammbefalls ausgetauscht werden müssen, erklärt Rainer Texdorf. Problem sei, dass das Fachwerk fast nur mit Bruchziegeln ausgemauert sei. Alles Überraschungen, die vorher nicht abzusehen waren. Das Lehm-Stroh-Gemisch, mit dem die Decken geschüttet waren, wird später wieder eingebaut.

Derzeit wird der Zuschnitt der Wände im ersten Obergeschoss verändert, um Platz für ein modernes Büro, einen Seminarraum, eine Teeküche für die Mitarbeiter sowie zwei Gästewohnungen zu schaffen. Die Wände erhalten neuen Putz und die Fußböden werden erneuert. Weil das Haus aus dem Jahr 1890 unter Denkmalschutz steht, muss sich Planer Dirk Möller mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises abstimmen. An der Rückseite des Hauses werden moderne Toiletten wie auch eine Behindertentoilette angebaut. Diese benötigt die Tourist-Information für ihre Besucher. Der Mangel kostet dem Büro bei den Zertifizierungen wie der i-Marke bei jeder Überprüfung wertvolle Punkte.

Karl-Heinz Klocke, Tischlermeister aus Hohensaaten, hat die Türen und die Fenster an der Fassade ausgebaut, um sie in seiner Werkstatt aufzuarbeiten. Einige Türen entsprechen nicht den Maßen oder konnten nicht mehr erhalten werden. Sie werden nach alten Vorgaben nachgebaut. Die größte Herausforderung seien die alten Profile, sagt Karl-Heinz Klocke.

Sobald der Dachstuhl fertig ist, könne das Dach gedeckt werden, sagte Rainer Texdorf. Die Arbeiten am Dach mussten wegen des Schnees ausgesetzt werden. Das Dachgeschoss werde nicht genutzt, so der Bauamtsleiter. Der Hof des Hauses wird zum Museumshof geöffnet. Museumsbesucher werden künftig in der Tourist-Information den Eintritt bezahlen und das Museum dann über den Hintereingang betreten.

Die Tourist-Information wird sich durch die großen Schaufenster der Uchtenhagenstraße 3 besser präsentieren können und auf Wunsch, das Gepäck der Besucher aufbewahren, kündigt Tourismus-Geschäftsführer Jens Lüdecke an. Vor dem Haus sollen zwei Parkplätze für Gäste reserviert bleiben.

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