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Stimme der Trümmerfrauen: Autorin Grisebach gestorben

Die Schriftstellerin Agnes-Marie Grisebach
Die Schriftstellerin Agnes-Marie Grisebach © Foto: dpa
07.03.2011, 14:16 Uhr
Frankfurt/Main/Ahrenshoop (DPA) Als Rentnerin schrieb sie einen Bestseller über die Trümmerfrauen: Jetzt ist die Schriftstellerin Agnes-Marie Grisebach im Alter von 97 Jahren gestorben. Sie entschlief friedlich am Sonntag in ihrem Haus im Ostseebad Ahrenshoop, wie ihre Familie in Frankfurt mitteilte.    Grisebach hatte 1988 in ihrem autobiografischen Erstling „Eine Frau Jahrgang 13“ die Geschichte einer in Neu-Isenburg bei Frankfurt lebenden Ruheständlerin niedergeschrieben. Mit diesem „Roman einer unfreiwilligen Emanzipation“ verlieh Grisebach im Alter von 75 Jahren den Frauen ihrer Generation eine Stimme - und das Buch wurde zu einem großen Erfolg. Ein Jahr später erschien mit „Eine Frau im Westen“ der zweite Teil ihrer Autobiografie. Weitere Romane folgten.

Grisebach wurde am 2. September 1913 als Tochter eines Architekten in Berlin geboren. Die gelernte Schauspielerin, Mutter von vier Töchtern, lebte bis 1945 in Rostock und im elterlichen Ferienhaus in Ahrenshoop. Im Salon des Hauses betrieb sie dort nach Angaben ihrer Familie ein Café, später arbeitete sie als Sekretärin.    1952 - inzwischen geschieden - floh sie mit den Kindern aus der DDR in den Westen. Als Beschäftigte in einer Bremsenfabrik in Heidelberg begann sie nochmals von vorne. Seit 1976 lebte sie in Frankfurt und im angrenzenden Neu-Isenburg.    1997 zog sie wieder in das Ferienhaus in Ahrenshoop, das sie nach der Wende zurückerhalten hatte. Grisebach veröffentlichte, obwohl sie nach Angaben ihrer Familie schon fast erblindet war, 2003 noch den dritten Teil ihrer Autobiografie („Von Anfang zu Anfang“) und 2005 einen Gedichtband. Die Stadt Neu-Isenburg hat sie zur Ehrenbürgerin gemacht.

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