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Die Veranstaltung am Jagdschloss Schorfheide in Groß Schönebeck war mit 800 Besuchern am Sonnabend Publikumsmagnet. Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist geplant.

Aktionstag
Jagd und Wald zieht Besucher an

Matthias Wagner / 04.09.2019, 07:00 Uhr
Groß Schönebeck (MOZ) Das Jagdschloss Schorfheide war am Sonnabend Austragungsort und Bühne für eine Veranstaltung der besonderen Art. Unter dem Motto "Hundegeläut und Hörnerklang" hatten die Organisatoren von 10 bis 18 Uhr mit einem vielseitigen und umfangreichen Programm Wald-, Natur- und Jagdinteressierte eingeladen. Aber auch alle anderen, wie Bürgermeister Uwe Schoknecht in der Eröffnungsrede betonte. Und in der Tat war das Gelände trotz der brütenden Hitze gut besucht. Mehr als 800 Schaulustige fanden nach Veranstalterangaben den Weg nach Groß Schönebeck. Und da der Wald- und Jagdtag als Familientag konzipiert war, hatten auch die Kinder  ihre Freude. So wie die dreijährige Clara aus Bernau, die eifrig die Tiere und Jagdhörner fotografierte.

Das sogenannte Hundegeläut, also die Spur- und Fährtenlaute der Hunde, beschreibt den sich auf der Spur oder Fährte des Wildes befindenden bellenden Jagdhund. Da dieses Bellen gewöhnlich heller klingt  als die übliche Lautäußerung, wird es zusammenfassend auch Hundegeläut genannt. Gemeinsam mit dem Schuss und dem Klang der Jagdhörner ist das Hundegeläut also Teil der typischen traditionellen Geräuschkulisse einer Jagd.

Glanzlichter des Tages waren die Jagdmodenschau, moderiert von Frauke Wettrau-Dehlan, eine Jagdhundeschau sowie ein Jagdhornbläserwettbewerb. Informationsstände boten die Möglichkeit, tiefer in die Thematik der Jagd einzudringen, und an zahlreichen anderen Stationen konnte Handwerkliches, Zubehör und Bekleidung mit jagdlichem Bezug erworben werden. Vor Ort war unter anderen Andreas Wutskowsky aus Eberswalde, der seine Messer anbot. Zahlreiche Jagdhundehalter hatten sich mit insgesamt mehr als 60 Tieren unterschiedlichster Rassen an der Jagdhundeschau beteiligt. Darunter auch Birte Jelitto mit ihrem Hannoverschen Schweisshund Zucker von den Roten Fährten. Claus-Dieter Heidorn, der auch für die Jagdschule Schorfheide als Dozent tätig ist und die Hundeschau moderierte, hatte seinen Irish Setter Major mitgebracht.

Diskussion mit Experten

Etwas ernster und zurzeit von hoher Brisanz fand am Ende des Tages auch eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des Wolfes in unserer Region und in ganz Deutschland statt. Als Podiumsgäste waren Heiner Schumann (Thünen Institut), Imke Heyter (Wildpark Schorfheide), Tierärztin Jeanette Koepsel aus Berlin, Dirk Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg und Peter Nitschke von der Heinz-Sielmann-Stiftung geladen. Moderiert wurde die  Debatte vom Jagdexperten und Buchautor Florian Asche. Die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes ist gerade im ländlichen Raum umstritten und sorgte für angeregte Diskussion. Aus Sicht der Jäger muss die Population über kurz oder lang reguliert werden. Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Jagdhornbläserwettbewerb, an dem auch die Bläsergemeinschaft KJV Hubertus Melsungen/Fulda-Ederspitze Gux­hagen teilnahm, die über private Kontakte in die Schorfheide gefunden hatte. "Wir sind begeistert von der geschichtsträchtigen Schorfheide", so der Leiter der gemischten Bläsergruppe. Das per Publikumsentscheid herbeigeführte Ergebnis wies am Ende jedoch die Lokalmatadore von den Schorfheider Jagdhornbläsern aus Groß Schönebeck als Sieger aus. Alle anderen wurden vom Jagdschlossteam kurzerhand zum zweiten Sieger erklärt.

Natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Es gab, wie könnte es anders sein, Schorfheider Wildschwein vom Spieß und andere deftige Leckereien.

"Wir sind sehr zufrieden", fasste Kerstin Kämpfe den aus ihrer Sicht gelungenen Tag zusammen. Man werde in jedem Fall über eine Fortsetzung der Veranstaltung im nächsten Jahr in ähnlicher Form nachdenken, stellte sie in Aussicht.

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