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Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Integrierten Regionalleitstelle NordOst / 100 000 Notrufe jedes Jahr

Regionalleitstelle
Nummer 5 lebt

Marco Marschall / 07.02.2019, 07:00 Uhr
Eberswalde Die Landräte von Oberhavel, Uckermark und Barnim hatten sich 2006 dafür eingesetzt, ihre eigene Regionalleitstelle zu bekommen, statt sich künftig auf die kreisfreien Städte zu verlassen. Zwei Jahre später ging der erste Notruf ein – nun feierte die Leitstelle Zehnjähriges.

„Nummer 5 lebt“ – die Actionkomödie von 1986, bei der ein Roboter durch einen Blitzschlag zum Leben erweckt wird, ist beim Festakt zu zehn Jahren Integrierte Regionalleitstelle NordOst am Dienstag im Paul-Wunderlich-Haus ein gern zitierter Filmtitel. Denn die Zentrale, die im selben Gebäude wie die Eberswalder Berufsfeuerfehr sitzt, war Nummer 5 in Brandenburg und wie der lebendige Roboter so nicht vorgesehen. Anfang der 2000er-Jahre sollten Leitstellen allein in den kreisfreien Städten etabliert werden.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter, vorher Landrat von Oberhavel, erinnert sich noch gut an den Anruf seines damaligen Kollegen Bodo Ihrke aus dem Barnim. „Traust du das den kreisfreien Städten zu“, soll der ihn gefragt haben. Wie Schröter zum Festakt resümierte, resultierte daraus später die gemeinsame Leitstelle der Kreise Oberhavel, Uckermark und Barnim. Gutes Argument sie in Eberswalde anzusiedeln sei die Berufsfeuerwehr der Stadt gewesen.

Schröter (SPD) bedankte sich nicht nur als Minister bei den 41 Frauen und Männern, die sich für die Notrufe von einer halben Million Einwohner in drei Kreisen bereithalten. Er bedankte sich auch als Einwohner Oberhavels. „Wenn man die 112 wählt, weiß man, dass am anderen Ende ein kompetenter Gesprächspartner sitzt“.

Mehr als 100 000 Notrufe gehen jedes Jahr in der Leitstelle ein, müssen organisiert und vorbereitet werden. In Zeiten der Digitalisierung stehen die Mitarbeiter fortwährend vor technischen Veränderungen. Dass künftig ein Roboter als Disponent am Telefon sitzt, schloss Gastredner Ingolf Zellmann von der Leitstelle Lausitz allerdings aus.

Zuvor hatte Barnims Landrat Daniel Kurth (SPD) den Fachkräftemangel, die Fluktuation und den Ausbildungsbedarf als Herausforderungen benannt. Außerdem gelte es, die Patientenströme zu trennen. Viele Anrufe seien keine Notrufe.

Kurth war zu Beginn auf die rapide Entstehung der fünften Leitstelle im Land eingegangen. Am 3. Januar 2008 war Baubeginn, am 15. September konnte sie in Betrieb genommen werden. „Um 10.35 Uhr ging der erste Notruf ein“, so der Landrat in seiner Präsentation.

Damit jährte sich das Bestehen schon 2018 zum zehnten Mal. Wie es auf Nachfrage der Märkischen Oderzeitung seitens des Kreises heißt, sei der Terminkalender des Innenministers Grund für den nun nachgezogenen Festakt gewesen.

Feste Termine benannte Landrat Kurth zur Veranstaltung gleich weitere. So will das Kreisoberhaupt, das schon vor seiner politischen Kariere Sachbearbeiter im Brand- und Katastrophenschutz war, einen runden Tisch der Notfallversorgung etablieren. Der trifft sich am 8. Mai, 3. September und 4. November.

Trotz der Erfolgsgeschichte der Leitstelle gibt es offenbar weiterhin Defizite. Benannt wurden im Zuge der Reden im Paul-Wunderlich-Haus unter anderem ein stetiges Ansteigen der Hilfsfristüberschreitungen, zu viele Bagatelldienste, die unnötig Rettungswagen binden, und Nachholbedarf beim schwächsten Glied der Rettungskette. Dr. Timo Schöpke, Chefarzt des Notfallzentrums am Forßmann, benannte da die Krankenhäuser.

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