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Easy Rider
Fonda, Nicholson, Hopper - die Harley-Gang ist zurück

Stefan Klug / 14.02.2020, 06:30 Uhr - Aktualisiert 14.02.2020, 11:30
Frankfurt (Oder) (MOZ) Nach einem erfolgreichen Drogendeal im nahegelegenen Mexiko wollen Wyatt und Billy von der West- an die Ostküste fahren. Es wird ein Ritt in den Tod.

Auf dem Weg quer durchs Land soll unbedingt Station in New Orleans gemacht werden, weil Billy einmal Mardy Gras erleben will. Zuvor jedoch lesen die beiden einen Anhalter auf, der sie in eine Hippie-Kommune einführt. Hier lernen die beiden nicht nur LSD kennen, sondern erfahren ebenso von der freien Liebe. Mit frei ist dann allerdings bald Schluss. Denn je mehr die Biker Richtung Süden fahren, desto argwöhnischer werden sie ob ihrer langen Haare und den Klamotten beäugt. In einer Kleinstadt landen sie gar im Gefängnis, kommen aber Dank der Hilfe eines versoffenen Anwalts wieder frei. Der entschließt sich kurzerhand, mit Wyatt und Billy zu fahren - und wird das Schicksal der beiden teilen.

50 Jahre ist es her, dass Easy Rider in Cannes für Aufsehen sorgte. Der Film des damals jungen Wilden Dennis Hopper stand für das neue Hollywood, für eine andere Sicht auf die Dinge und auch für einen anderen filmischen Ablauf. Die Helden waren unangepasst und das Ende nicht zwingend happy. Aus heutiger Sicht erscheint die Handlung eher trivial. "Easy Rider" mutet wie ein überlanger Videoclip an und wird ja auch gern als Soundtrack seiner Zeit betrachtet. "Born to be wild" wurde seinerzeit gleichgesetzt mit langen Haaren und sich die Freiheit zu nehmen, einfach durchs Land zu cruisen. Gerade bei den Rednecks der Südstaaten kam das gar nicht gut an. Insofern hielt Hopper mit seiner Geschichte den USA der späten 1960er einen Spiegel vor. Für den Regisseur, Peter Fonda und vor allem Jack Nicholson war der Film der Start in eine glänzende Karriere, wobei großes schauspielerisches Talent weder gefordert noch geboten wurde. Rückblickend betrachtet ist der Streifen vor allem ein authentisches Stück Zeitgeschichte.

Und die ist zum Jubiläum technisch ordentlich überarbeitet worden.Die UHD quetscht das letzte Stück Kontrast aus der neu gescannten Vorlage raus, erhält aber dank des guten Filmkorns den Charakter eines echte Zelluloid-Streifens. Über weite Strecken sind die Bilder angesichts des Alters wirklich gut, wobei es aber qualitative Schwankungen gibt. Farblich überwiegen ein natürliche Wiedergabe und meist auch klare Konturen. Der Ton weiß gar richtig zu überraschen. Die DTS-HD-Master-Spur ist zwar etwas centerlastig abgemischt, vermag aber trotzdem einen glaubwürdigen Raumklang zu vermitteln. Dem fehlt generell vielleicht ein wenig Druck, aber das passt andererseits zum Bild, denn die 50-Jahre-Edition bleibt ja ein Stück-Film-Historie.

Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 95 Minuten; Verleih: Sony Pictures Entertainment; Regie: Dennis Hopper; Peter Fonda, Dennis Hopper, Jack Nicholson; USA 1969

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