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John Wick

Stefan Klug / 02.06.2015, 16:49 Uhr - Aktualisiert 02.06.2015, 17:46
(MOZ) Profikiller John Wick hat seinen Job an den Nagel gehängt. Dann aber erkrankt seine Frau schwer und stirbt. Wenige Tage darauf erreicht ihn ein letzter Gruß von ihr in Form einen jungen Hundes. Doch Wick und seinem neuen Gefährten bleibt nur wenig Zeit. Der Sohn des Gangster-Paten Tarasof möchte Wicks Auto, überfällt ihn in seiner Wohnung, tötet den Hund, stiehlt den Klassiker aus der Garage. Für den schwer verletzten Wick gibt es darauf nur eine Antwort. Er checkt im "The Continental" ein. Dieses Hotel ist die Ausgangsbasis für alle, die mit Auftragsmorden ihre Brötchen verdienen. Und denen ist klar, Wick ist zurück im Geschäft. Das weiß auch Tarasof. Um das Leben seines Sohnes zu schützen, entsendet er Heerscharen von Revolver-Männern. Doch Wick war der Beste in der Szene. Und er hat nichts verlernt.

Hollywood hat ein Problem: die Russen. Gefühlt stellen die in mindestens jedem zweiten Actioner die bösen Jungs. Das nervt mit der Zeit. Wo sind nur die grundsoliden Gangster geblieben, von denen das Filmgeschäft die vergangenen Jahrzehnte so gut gelebt hat? Dass Tarasof vom Schweden Michael Nyqvist gegeben wird, der ausgerechnet in der Millennium-Trilogie den mutigen Journalisten spielte, macht die Sache auch nicht besser. Was also bietet "John Wick" darüber hinaus? Einen aberwitzigen Bodycount. Ohne zu viel zu verraten, nach dem Rachefeldzug kann es in New York keine Russen mehr geben. Und damit wären wir beim nächsten Problem. Alles ist eine Frage der Dosierung. Und das hier ist einfach too much. Sicher, der Streifen muss gegen die Vorhersehbarkeit ankämpfen. Dazu gibt das Drehbuch gleich zu Beginn ein deutliches Zeichen, denn die Geschichte wird fast ausschließlich in der Rückblende erzählt. Die nahezu ununterbrochenen Shootouts sind da also probates Mittel, den Zuschauer bei Laune zu halten. Und die Kämpfe sind beeindruckend inszeniert worden, ohne Frage. Wer Daueraction dieses Kalibers mag, wird ohne Zweifel gut unterhalten. Die schauspielerische Seite, sowohl von Keanu Reeves als auch seiner prominenten Kollegen wie William Dafoe, kommt dabei allerdings etwas kurz. Ausgerechnet Nyqvist kann hier am meisten punkten. Das nennt man dann wohl Ironie der Filmgeschichte. Rundum gelungen ist die Optik, böse, dunkel - echt ein Abbild der Unterwelt.

Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 101 Minuten; Verleih: studiocanal; Regie: David Leitch, Chad Stahelski; Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Willem Dafoe; USA 2014

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