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Der Krieg ist näher als man denkt

Drone
Drone © Foto: Concorde HE
Stefan Klug / 08.01.2018, 10:45 Uhr
(MOZ) Irgendwo im ländlichen Amerika sitzt Neil in einem Container am Bildschirm. Per Joystick steuert er Drohnen über Zielgebiete, die viele tausend Kilometer entfernt liegen. Und wenn seine Einsatzzentrale den Befehl gibt, drückt er den Knopf, der die Raketen starten lässt. Krieg und Tod sind für Neil weit weg. Bis eines Tages ein Fremder vor seinem Haus auftaucht. Der gibt vor, das Boot des Familienvaters kaufen zu wollen. So bitte ihn Neil ins Haus. Der Fremde ist eindeutig arabischer Herkunft, was weder Neil noch dessen Frau abschreckt. Doch es dauert nicht lange, bis jener Imir seine wahren Absichten offenbart. Er hat den Tod mittels einer Bombe in seiner Aktentasche zu jenem Mann gebracht, der aus tausenden Kilometern Entfernung seine Töchter getötet hat.

Nicht das erste Mal wird der Dronenkrieg, also der indirekte Einsatz in einem fremden Land, filmisch aufgearbeitet. Jason Bourque nun bringt hier die mögliche Vernichtung an die Quelle zurück. Dabei ist sein Film kein Actioner. Vielmehr setzt der Regisseur auf die psychologische Komponente, indem er Imir dahingehend agieren lässt, dass der Neil zwingt, seine Taten vor seiner Familie zu offenbaren. Die Idee als solche ist nicht schlecht. Ob der Dronenpilot nun schuldbeladener ist als jener in einem Kampfjet mag mal dahingestellt sein. Bourque macht ohnehin einen Bogen um die Frage, ob der miklitärische Einsatz generell gerechtfertigt ist. Ein paar rein bildliche Einblendungen aus dem Zielgebiet sagen eher weniger aus. Allerdings verhaspelt sich der Regisseur in logischen Fragen vor Ort in Neils Haus. Insgesamt bleibt so eine durchaus zum Nachdenken animierender Streifen, dem man einige Spannung nicht absprechen kann.

Genre: Drama; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 86 Minuten; Verleih: Concorde HE; Regie: Jason Bourque; Sean Bean, Patrick Sabongui, Mary McCormack; Ca 2017

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