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Gauguin
Suchender im Paradies

Gauguin
Gauguin © Foto: studiocanal
Stefan Klug / 10.03.2018, 15:02 Uhr
Er konnte den Mief und die Enge von Paris nicht mehr ertragen, die Engstirnigkeit seiner Mitmenschen ebenso wenig. Also beschließt Paul Gauguin, Frankreich den Rücken zu kehren und in der Südsee nach neuer Inspiration zu suchen. Von der Gruppe, die anfänglich aufbrechen wollte, blieb nur er übrig. Und so findet sich der Maler schließlich allein in einer Hütte auf Tahiti wieder. Doch im Paradies ist er hier nicht wirklich gelandet. Denn auch fern der Heimat müssen Dinge mit Geld bezahlt werden, etwas, von dem Gauguin wenig besitzt. Um so mehr überkommen ihn aber Inspirationen und Lust am Malen. Bei einem Ausflug ins Landesinnere lernt er zudem die Einheimische Tehura kennen. Deutlich jünger als er, wird sie nicht nur Gefährtin und Geliebte, sondern auch Muse. So hat der Maler schon bald keine Leinwand mehr, stapeln sich die Werke in der Hütte. Nur verkaufen kann er sie nicht. Weder vor Ort, noch in Frankreich. Ein Mann ohne Geld und Besitz, mag er noch so ein verkanntes Genie sein, genießt auch im fernen Tahiti kaum Ansehen. Da ist es nur eine Frage der Zeit, wann sich die junge Frau einen anderen sucht.

Frei nach Gauguins eigenen Aufzeichnungen zu seinem ersten Aufenthalt in der Südsee hat Edouard Deluc dieses Biopic inszeniert. Der Zuschauer erlebt die Entstehung einiger der bedeutendsten Werke des Expressionismus und lernt teils die Personen und Beziehungen hinter den Motiven kennen. Vincent Cassel gibt dem obsessiven Maler den Körper, den es braucht, um die Geschichte erlebenswert unters Volk zu bringen. Gedreht an Originalschauplätzen holt uns auch die Faszination der Südsee ein und ein wenig kann man die Begeisterung und Inspiration des Künstlers nachvollziehen. Freilich muss der Zuschauer eine gewisse Vorkenntnis zum Sachverhalt mitbringen, denn Gauguin oder sein Tun einzuordnen, diese Mühe gibt sich der Film nicht. Dazu plätschert die Handlung ein wenig dahin, die Spannung ergibt sich mehr aus der Tatsache, einen ganz Großen wiederauferstehen und agieren zu sehen.

Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 100 Minuten; Verleih: studiocanal; Regie: Edouard Deluc; Vincent Cassel, Tuheï Adams, Pernille Bergendorff; F 2017

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