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Madame
Die Geister, die ich rief...

Madame
Madame © Foto: studiocanal
Stefan Klug / 14.04.2018, 08:32 Uhr
(MOZ) Weil sich der Stiefsohn unangekündigt zur Dinnerparty eingeladen hat, geht die Gästezahl nicht mehr auf. Und 13 am Tisch bringt Unglück, das hat schon das letzte Abendmahl von Jesus bewiesen. Also bestimmt Gastgeberin Anne kurzerhand Haushälterin Maria zum 14 Gast. Die wehrt sich zwar, muss aber schlussendlich nachgeben. Nun stimmt zwar zahlenmäßig alles, doch im Kreise von Politikern und hoch angesehenen Kunstsammlern nimmt Maria nicht die Rolle ein, die ihr zugewiesen wurde. Statt zu schweigen und nur da zu sein beteiligt sie sich sehr zum Vergnügen der anderen Anwesenden an der Konversation. Anne kann die Sache nicht beenden, ohne ihren Schwindel auffliegen zu lassen. Und so hat der Abend weitreichende Folgen für einen Teil jener, die hier am Tisch sitzen.

Dialoglastig zwar, aber durchaus mit viel Wortwitz und Situationskomik geht Amanda Sthers die Geschichte an. Um der gewollten Verwechslungsstory noch die Krone aufzusetzen, präsentiert die Regisseurin mit Rossy de Palma zwar die Muse ihres Kollegen Pedro Almodóvar, die jedoch eher weniger dem klassischen Schönheitsbild entspricht. Das ist zugleich das Stilmittel, den Zuschauer zu beschäftigen. Denn ob die bezeugte Liebe zur rasant aufgestiegenen Hausmagd tatsächlich echt ist, wird auch zum Ende nicht aufgeklärt. Das soll bitteschön jeder für sich selbst entscheiden. Darüber hinaus bedient sich Sthers eher den bekannten Klischees, um die gesellschaftlichen Schichten plakativ dazustellen. Das wirkt in der Masse vielleicht ein wenig einfallslos und wenig fesselnd. Doch mit nur knapp 90 Minuten ist die Geschichte kurz genug, um knackig erzählt zu wirken.

Genre: Komödie; FSK: o.A.; Laufzeit: 91 Minuten; Verleih: studiocanal; Regie: Amanda Sthers; Toni Collette, Harvey Keitel, Rossy de Palma; F 2017

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