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Blade Runner 2049
Zukunft ist Vergangenheit

Blade Runner 2049
Blade Runner 2049 © Foto: Sony Pictures HE
14.04.2018, 17:25 Uhr
Im Auftrag des LAPD ist Officer K Androiden einer alten Generation auf der Spur. Zwar nicht bewiesen, so geht man wohl davon aus, dass die veralteten Maschinen in Menschengestalt Ärger machen könnten, weil bei ihnen ein gewisser emotionaler Faktor nicht auszuschließen ist. K ist da anders. Er fragt nicht, sondern handelt, emotionslos. Und dennoch liegt in seinem Tun eine Gefahr für das gesamte gesellschaftlich Konstrukt. Denn indem er in der Vergangenheit gräbt, fördert er Dinge zutage, die nicht ungefährlich sind. K findet Knochen einer Replikantin, die ein Kind geboren hat. Damit hätten die Maschinen den letzten Vorsprung der Menschen eingeholt, sich selbst zu reproduzieren.

Ridley Scott hat 1982 mit „Blade Runner“ den genreprägenden Science Fiction erschaffen. Ein halbes Menschenleben später nun erlebt die düstere Zukunftsvision eine Fortsetzung. Nur Fans werden sich ans Original erinnern können. Um so erfreuter aber werden sie zur Kenntnis nehmen, dass ein Teil der alten Mannschaft mit an Bord ist, bis hin zum fast 80-jährigen Scott als Produzenten. All das wird Erstseher nicht wirklich bewegen, für sie zählt einzig das Produkt. Aber auch das orientiert sich stark am Original, wenngleich Denis Villeneuve nicht einfach kopiert. Er setzt fort und lässt an vielen Kleinigkeiten erkennen, woran er sich orientiert hat. Das wird wiederum vielleicht jene verwirren, die die Vorlage nicht kennen. Aber es trägt unheimlich zur Atmosphäre des Streifens bei. Wobei: Die wird ja eigentlich von technische Kühle und dystopischen Visionen geprägt. Und von einem Sound, der geradezu dazu verpflichtet, sich den Zeitpunkt des Filmgenusses ganz genau zu überlegen, will man nicht permanent an der Fernbedienung rumschrauben. Denn zwischen fast flüsternden Dialogen und ohrenbetäubenden Toneffekten- ob nun donnerndes Raumschiff oder einfach nur der Krach der Megacity - Ärger mit den Nachbarn im Diesseits scheint programmiert. Und es braucht Sitzfleisch beim Betrachter. Denn nicht weniger als zweieinhalb Stunden lässt sich der Regisseur Zeit, seine Zukunftsvision zu erzählen. Das, wohlgemerkt, in einer eher ruhigen Weise, was ausdrücklich rein auf den Fluss der Geschichte zu verstehen ist. Nicht alles erschließt sich dabei immer und jedem, auch in seiner mitunter wenig mitteilsamen Art ist der Nachfolger dem Vorgänger durchaus vergleichbar. In Sachen Bild gibt es alles zu erleben. Von der Düsternis und Trostlosigkeit ewigen Regens bis hin zur neongrellen Darstellung der holografischen Freundin des Helden - wer einen entsprechende Screen zur Verfügung hat, wird sich über die Bildgewaltigeit nicht beschweren können. So bleibt unterm Strich ein beeindruckendes, aber wiederum nicht leichtes Werk, das man nicht eben mal nebenbei konsumieren kann.

Genre: Sci-Fi; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 163 Minuten; Verleih: Sony Pictures HE; Regie: Denis Villeneuve; Harrison Ford, Ryan Gosling, Ana de Armas; USA 2017

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