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Der Mann aus dem Eis
Die Rache ist mein

Der Mann aus dem Eis
Der Mann aus dem Eis © Foto: Ascot Elite
Stefan Klug / 12.05.2018, 13:46 Uhr - Aktualisiert 12.05.2018, 15:29
Frankfurt (Oder) (MOZ) Er lebte friedlich mit seiner Sippe irgendwo in den Ötztaler Alpen bis zu jenem Tag, an dem die Siedlung überfallen wird. Weil Kelap gerade auf der Jagd war, ist er der einzig Überlebende. Und weil er gerade noch die Täter von dannen ziehen sieht, reift der Beschluss, ihnen gleiches mit gleichem zu vergelten. Der Steinzeit-Mensch zieht also los, um Rache zu nehmen. Am Ende ist er selbst tot und wird für die folgenden 5300 Jahre im Gletschereis eingeschlossen. 1991 schließlich findet man ihn. Es ist Ötzi...

Ziemlich vorschnell verkündet die Werbung, dies sei seine Geschichte. Mutig. Denn immerhin gibt es keine Aufzeichnungen aus dieser Zeit. Alles wird den wenige Funden in akribischer Kleinarbeit jedes Quäntchen an Information abgerungen. Und so weiß man heute, dass Ötzi keinen natürlichen Todes gestorben ist. Was liegt da näher, als um den Gletschermenschen eine Kriminalgeschichte zu stricken. Deren Aufbau ist relativ simpel und gleicht, wie so oft schon verkündet, dem Strickmuster eines Rachewestern. Um nun nicht den Fehler zu machen, den Jungsteinzeit-Helden falsche Wort in den Mund zu legen, bedient sich der Film einer Ersatzsprache, einer alten Form des Rätischen. Ob das alles so stimmt sei einmal dahingestellt. Aber damit kommt die Handlung defacto ohne Dialoge aus. Das wenige, das gesprochen wird, erklärt sich von selbst. Am Ende zeigt sich, dass der Beutezug einer wohl magischen Reliquie gegolten hat. Auch das reine Spekulation, ebenso, ob es seinerzeit, bei der dünnen Besiedelung nicht näher gelegen hätte, Frauen und Vieh zu stehlen, als eine olle Holzschachtel. Der filmische Versuch, die Steinzeit aufleben zu lassen ist aller Ehren wert und über weite Strecken durchaus unterhaltsam. Dem Ziel, das Rätsel des Ötzi zu lüften, allerdings kommt die Geschichte nicht näher.

Genre: Thriller; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 93 Minuten; Verleih: Ascot; Regie: Felix Randau; Jürgen Vogel, Susanne Wuest, André Hennicke; D 2017

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