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Downsizing
Von wegen, kleine Menschen kleine Sorgen

Downsizing
Downsizing © Foto: Paramount HE
Stefan Klug / 07.07.2018, 16:16 Uhr - Aktualisiert 09.07.2018, 12:03
(MOZ) Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, Ressourcenmangel - wenn nicht bald etwas geschieht, steuert die Erde auf eine Katastrophe zu. Schon vor Jahren haben norwegische Wissenschaftler einen Ausweg gefunden: „Downsizing“. Die Menschen werden auf zwölf Zentimeter geschrumpft, verbrauchen entsprechend weniger und hinterlassen auch weniger. Mittlerweile ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass sie massenhaft angewendet werden kann. Und eines Tages entscheiden sich auch die Safraneks, in eine der neuen Kolonien zu ziehen. Die Bedingungen scheinen perfekt, denn was kleiner ist, kostet auch weniger. Und da ein Dollar ein Dollar bleibt, lockt ein Leben fast in Saus und Braus. Die Wirklichkeit dann allerdings sieht etwas anders aus. Und wie es scheint, ist die Verkleinerung nicht das Allheilmittel gegen die Probleme der Welt.

Wenn auch nicht ganz neu, so ist doch der storytechnische Ansatz sehr interessant. Um so mehr, als dass heutige CGI-Möglichkeiten erlauben, die Wandlung und das Nebeneinander beider Welten in nahezu Perfektion darzustellen. Leider verliert sich dies dann inhaltlich recht schnell, als der Held in die Kolonie der Geschrumpften gezogen ist. Genau betrachtet ist hier nichts anders als in der großen Welt. Und genau so wird es dann auch erzählt. Der ganze Vorteil des interessanten Ansatzes der Geschichte ist mit einem Mal weg. Weder wird über das Miteinander beider Gesellschaften, noch über ethische Frage der Verkleinerung diskutiert. Die kleinen haben exakt die gleichen Probleme wie die Großen. Und da der Focus immer mehr bei Safranek und den seinen liegt, hat man irgendwann vergessen, dass diese ja eine besondere Gattung Mensch darstellen. Leider reißt auch der Erzählstil nun nicht mehr allzu viel heraus, zum Ende hin verflacht die Angelegenheit in Sachen Spannung völlig.

Ohne Frage gehört zum großen Plus der Geschichte die bildliche Darstellung, zumal in 4K-Auflösung auch kleinste Details nicht verborgen bleiben. Gerade beim Miteinander der verschiedenen Größen ist das ein sehr sehenswerter Spaß. Um so mehr hätte man sich hier öfter Szenen in dieser Konstellation gewünscht.

Genre: Drama; FSK: o.A.; Laufzeit: 135 Minuten; Verleih: Paramount; Regie: Alexander Payne; Matt Damon, Christoph Waltz, Hong Chau; USA 2017

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