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BlackKklansman
Aberwitzig real

BlackKklansman
BlackKklansman © Foto: Universal
Stefan Klug / 05.01.2019, 16:47 Uhr
(MOZ) Ron Stallworth ist der erste Afroamerikaner im Colorado Springs Police Department. Abgeschoben in die Aktenkammer regt sich schon bald Widerstand. Und so setzt ihn sein Chef als Undercover-Ermittler bei einer Veranstaltung der Black Panther ein. Als dies gut funktioniert kommt der junge Mann auf eine aberwitzige Idee. Denn nicht nur die radikalen Kräfte der schwarzen Bevölkerung sollte die Staatsmacht überwachen, sondern auch die der weißen. So stellt Ron Kontakte zum Ku Kux Klan her und will Ermittlungen gegen die Organisation in Gang bringen. Er selbst kann natürlich schlecht persönlich im Quartier der ansässigen Ortsgruppe auftauchen. Daher teilt er sich den Job mit seinem Kollegen Flip Zimmerman. Der agiert als Stallworth vor Ort und der echte Ron regelt alle Absprachen per Telefon. Wenn auch etwas kompliziert, so funktioniert die Sache doch recht gut. Vor allem erfolgreich.

Der Sachverhalt schreit förmlich nach Satire und Spike Lee lässt den Zuschauer für einen kleinen Moment auch im Glauben darum. Da es sich aber wohl um eine auf wahren Tatsachen inspiriertes Geschehen handelt und Lee nun nicht gerade der Komödien-Regisseur ist, wird schlussendlich ein politisch motivierter Historienfilm daraus und man fragt sich, warum das auf den ersten Blick so schräge Thema nicht schon bisher Verwendung fand. Wer die Geschichte bis zum Ende anschaut erfährt eine Antwort. Denn um Lee war es in den vergangenen Jahren relativ ruhig geworden. Doch mit einem Donald Trump im Weißen Haus musste eine Reaktion des Filmemachers folgen. Der geht die Geschichte natürlich mit seiner Sichtweise an. So sind die KKK-Anhänger bis hin zum obersten Vertreter durch die Bank echte Dumpfbacken. Am Ende derer Entwicklung steht dann für Lee, nicht nur im Film, der heutige Präsident. Das ist die wütende Botschaft des Regisseurs an den Zuschauer. Bei der durchweg politischen Betrachtungsweise bleiben trotz flüssiger, wenngleich gerade im meinungsbildenden Bereich zu ausufernden Darstellung, einige Ungereimtheiten in Sachen Logik. Wenn Zimmermann sowieso vor Ort sein Gesicht zeigen musste, warum hat er nicht gleich die Telefon-Kontakte übernommen. Dann freilich wäre Stallworth aus der Numer raus und deren Einzigartigkeit dahin gewesen. Angelehnt an die Blaxploitation-Filme der 70er kommt Spike Lee mit dem vollen Programm in Sachen Ausstattung daher. Ja, er hat sogar Kameras von einst verwendet, um den Original-Look in sein Werk zu bringen. Das ist voll gelungen.

Genre: Drama; FSK: 12 Jahre: Laufzeit: 135 Minuten; Verleih: Universal; Regie: Spike Lee; John David Washington, Adam Driver, Laura Harrier; USA 2018

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