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Nur ein kleiner Gefallen
Gar nicht so lustig

Nur ein kleiner Gefallen
Nur ein kleiner Gefallen © Foto: studiocanal
Stefan Klug / 06.04.2019, 16:02 Uhr
(MOZ) Die alleinerziehende Mutter Stephanie betreibt in ihren knappen Freizeit einen eher mau laufenden Mom-Blog. Kuchenrezepte, Haushalttricks oder Erziehungs-Tipps, nichts von dem, was jeder erwartet, ist ihr fremd. Doch eines Tages beginnt sie, über ihr vermeintliche Freundschaft zu Emily zu berichten. Aus gutem Grund. Denn die PR-Chefin eines bekannten Modehauses ist seit Tagen verschwunden. Und deren Sohn Nicky sitzt ebenso lange schon bei Stephanie auf der Couch. Inzwischen ist die Sache auch ein Fall für die Polizei geworden, denn diese schließt nicht mehr aus, dass ein Verbrechen ursächlich für das Verschwinden Emilys sei. Und tatsächlich findet man alsbald eine Leiche. Geklärt ist der Fall damit aber noch lange nicht.

Ohne sich groß in den Inhalt einzulesen muss der geneigte Zuschauer annehmen, dass er hier eine Komödie geboten bekommt. Und tatsächlich hat Regisseur Paul Feig in diesem Genre einen Namen. Nicht zuletzt Anna Kendrick stützt diese Inhaltsvermutung, ist sie doch schon öfter die Idealbesetzung des Losers oder zumindest derjenigen gewesen, die viel einstecken muss und wenig geboten bekommt. Anfangs wähnt man sich denn auch in dieser Richtung, denn Blake Lively gibt die taffe, elegante und stets die Situation beherrschende Emily. Das ganze Gegenteil von Steph. Doch spätestens mit dem Fund der Leiche ist der Spaß vorbei, schwenkt die Stimmung von heiter beschwingt zu bedrohlich spannend, auch wenn der ermittelnde Cop nie um einen lockeren Spruch verlegen ist. Irgendwie scheint es, als wehre sich Feig ebenso wie der Zuschauer, die Wandlung anzuerkennen. So bleibt neben der Thrillerseite immer ein Stück, nennen wir es mal schwarzer Humor. Das erinnert verdächtig an Woody Allens "Matchpoint" oder "Wonder Wheel", wobei der die Sache vom anderen Ende her angegangen ist, also das Kriminalstück nie wirklich bierernst betrachtet hat. Bei Feig fehlt die Perfektion der Verbindung zweier Genres, wobei es vor allem Kendrik ist, die ob ihrer Art für ein ernstes Thema nicht wirklich geeignet scheint. Trotzdem, der Streifen ist kein schlechter, schaut sich locker weg und punktet durchaus mit einer wendungsreichen Story.

Genre: Thriller; FSK: 12 Jahre; 125 Minuten; Verleih: studiocanal; Regie: Paul Feig; Anna Kendrick, Blake Lively, Henry Golding; USA 2018

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