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Die Frau des Nobelpreisträgers
Großes Dramen

Die Frau des Nobelpreisträgers
Die Frau des Nobelpreisträgers © Foto: Capelight
Stefan Klug / 18.05.2019, 16:24 Uhr
(MOZ) Der Anruf kommt zu nachtschlafender Zeit. Joe Castleman wird den Nobelpreis für Literatur erhalten. Der Schriftsteller ist am Ziel seiner Träume und die folgende Party fällt entsprechend üppig aus. Stets an der Seite des Literaten, seine Frau Joan. Der gute Geist des Hauses und die liebe Seele der Beziehung. Sie war immer für ihren Mann da, hielt ihm den Rücken frei und unterstütze, wo sie konnte. In welchem Ausmaß war für Außenstehende nicht ersichtlich. Nur einer wollte es genauer wissen: Nathaniel Bone, selbst Schriftsteller und ganz versessen darauf, die Biografie des Preisträgers zu schreiben. Er folgt der Familie auch nach Stockholm und ist da, als es die erste Krise gibt. Denn mitnichten entwickeln sich die Dinge so, wie Joe es sich ausgemalt hat. Im Gegenteil. Der Tag des Triumpfes wird für ihn zugleich der Tag seiner größten Niederlage.

Hinter jedem großen Mann steht meist eine noch größere Frau. Dies wird hier zum Grundstock der Geschichte. Wobei der Zuschauer anfangs nicht erahnen mag, wie groß die Gattin des Schriftstellers ist. Denn nur Teil für Teil zerlegtBjörn Runge die Ehe und die Geschichte derselben in ihre Einzelteile, arbeitet anfänglich Verstimmungen als schlussendlich große Dramen heraus. Dies geschieht mit zunehmenden Spannungsbogen. Während man anfangs also eher interessiert zuschaut, wohin die da noch gemächliche Reise gehen wird, treibt einen später die Neugier, ob der aufkommende Verdacht, was dem schlussendlichen Zerwürfnis zugrunde liegt, sich tatsächlich erhärtet. Das überzeugende Spiel von Glenn Close und Jonathan Pryce sowie die gelungene Inszenierung des Schweden vereinen sich zu einem Gesamtkunstwerk. Sehr gelungen, sehr sehenswert.

Genre: Drama; FSK: 6 Jahre; Laufzeit: 99 Minuten; Verleih: Capelight; Regie:Björn Runge; Glenn Close, Jonathan Pryce, Max Irons; GB/S 2017

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