Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Belleville Cop
French-Connection

Belleville Cop
Belleville Cop © Foto: Constantin
Stefan Klug / 01.06.2019, 14:13 Uhr
(MOZ) Baaba Keita schiebt als Polizist Dienst im Pariser Viertel Belleville, wohnt bei Muttern und will sich nicht so recht zu seiner Freundin bekennen. Der Mord an seinem besten Freund macht dann aus dem zu großen Jungen einen Mann. Denn natürlich will Keita die Täter selbst überführen. Beziehungen helfen ihm über den großen Teich. Denn in Miami war der Tote einem Drogen-Ring auf der Spur. Als Flic in Florida hat Baaba allerdings wenig zu melden. Und für seinen zugeteilten Partner Ricardo ist er bei näherer Betrachtung auch nur die letzte Chance. Ungeachtet dessen aber kommen sie der richtigen Spur näher. Und die führt nach Afrika.

Die Ähnlichkeiten sind gewollt, müssen gewollt sein. Denn keine Frage, Omar Sy lehnt am Straßenschild wie weiland Eddy Murphy. Und von Beverly Hills nach Bellville ist es sprachlich auch nicht mehr weit. Indes erschließt sich dieser Bogen nicht wirklich. Denn während Axel Foley im fernen Kalifornien einst eine East-Coast-West-Coast-Nummer abzog, wird der Frankreich- oder Europa-Bezug in Sachen Baaba Keita nicht so wirklich klar, mal abgesehen davon, dass die Bösewichte, die er jagt, teils aus Frankreich kommen. Und aus Afrika, womit die Geschichte dann komplett verworren erscheint. Es sieht so aus, als sei die für Cover und Titel zuständige Abteilung reichlich übers Ziel hinausgeschossen. Doch auch Rachid Bouchareb, der das Spektakel vom Regiestuhl aus verantwortet, konnte sich nicht so recht entscheiden, wohin er eigentlich wollte. Die Erwartungshaltung zum 80-er-Jahre-Spektakel kann der Streifen also nicht erfüllen, ganz zu schweigen von einem möglich Remake. Ebenso wenig wird wirklich deutlich, ob das Ganze nun eine Komödie sein soll, wofür Sy stehen würde, oder ein beinharter Actioner, worauf die echten Filmtoten hinweisen könnten. Sy’s Dauergrinsen jedenfalls geht nicht zwingend konform mit der Qualität der Gags und so wirklich daneben benimmt er sich als Franzose auch nicht in Amiland. Hier hätte man sich deutlich mehr Biss gewünscht und stattdessen gern auf den Sidestep mit der nervigen Mutter verzichtet. Ganz zu schweigen vom konstruierten Beginn, als völlig unmotiviert zu dieser Zeit über den Atlantik hin- und her gesprungen wurde. Dennoch ist der Film über weite Strecken unterhaltsam, weil ständig Bewegung drin ist und der Zuschauer vielleicht auch immer wieder hofft, dass nun etwas Innovatives passieren wird. Erst als klar ist, dass dieser Fall nicht eintritt, ist die Luft raus. Dann wünscht man sich ein schnelles Ende, das sich jedoch bis zur 112. Minute hinzieht.

Genre: Komödie; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 112 Minuten; Verleih: Constantin; Regie: Rachid Bouchareb; Omar Sy, Luis Guzmán; Biyouna

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG