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Hard Powder
Als Rächer nie zu alt

Hard Powder
Hard Powder © Foto: studiocanal
Stefan Klug / 05.08.2019, 13:10 Uhr - Aktualisiert 14.08.2019, 13:30
(MOZ) Oben in den Rockys, da wo die Winter kalt und schneereich sind, wohnt Nels Coxman. Als Fahrer einer Schneefräse sorgt er dafür, dass die Straßen passierbar bleiben. Der ebenso plötzliche wie unerklärliche Tod seines Sohnes reist den gerade zum Bürger des Jahres gekürten Vater völlig aus dem Leben. Kyle und Drogen, Kyle und eine Überdosis - das kann nicht sein. Doch gerade, als sich Nels das Leben nehmen will, erhält er die Informationen, die ihn zu einem anderen Menschen werden lassen. Offensichtlich hat ein örtlicher Pate den Tötungsauftrag erteilt, weil Kyle im Verdacht stand, Kokain unterschlagen zu haben. Auch wenn es den Sohn nicht wiederbringt, so beschließt Coxman, die Verantwortlichen zur Strecke zu bringen. So mordet er sich durch die Hierarchie des Clans, der wiederum vermutet, dass der eigentlich am Geschäft beteiligte Indianerstamm die Konkurrenz auslöschen will. Und das wiederum bricht einen veritablen Bandenkrieg vom Zaun.

Erst vor vier Jahren stellte Hans Petter Moland "Kraftidioten" fertig, der als Vorlage für "Hard Powder" genutzt wurde. Der entscheidende Unterschied, nunmehr spielt der Norweger in der Hollywood-Liga. Inhaltliche Änderungen gibt es, mal abgesehen von der Location und dem Cast, kaum. Doch gerade die Nähe zur Traumfabrik lässt mitunter weitere Verbindungen für möglich erscheinen.

Fargo lässt grüßen

Denn Molands lässige Art, mit dem Dahinscheiden der Protagonisten umzugehen, erinnert sehr an "Fargo", nicht nur wegen der Wintermützen der Cops und dem vielen Schnee. Dabei kann sich der Film nicht wirklich entscheiden zwischen dem ernsten und ernsthaften Spiel von Hauptdarsteller Liam Neesen und der doch recht lockeren und schwarzhumorigen Art, wie der üppige Bodycount verarbeitet wird. Das will mitunter nicht wirklich zusammenpassen. Gleiches gilt für Ursache und Wirkung. Denn der Tod des Sohnes zerreißt die Familie vielfältig. Schließlich trennen sich auch die Eltern, bzw. verschwindet die Frau einfach aus der Handlung. Nachgefragt wird eher nicht. Und auch bei der sonstigen Figurenzeichnung oder Hintergrundinformation bleibt der Regisseur an der Oberfläche. Hier ist der Weg das Ziel, dem alles untergeordnet wird. Abgesehen davon gibt es über die Zeit keinen Leerlauf, unterhält das Werk all jene, die mit Inhalt und Genre konform gehen, ohne Frage bestens.

Und auch optisch wird einiges geboten. Dank HDR-10 bietet die UHD tiefes Schwarz und fast blendendes Weiß, ist dankenswerter Weise nicht wie oft gesehen dunkel abgemischt. Hoher Kontrast geht einher mit exzellenter Schärfe der Darstellung, was vor allem großen Screens zugute kommt.

Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 116 Minuten; Verleih: studiocanal; Regie: Hans Petter Moland;Hans Petter Moland; Ca/N/DK 2019

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