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Dumbo
In der Realität angekommen

Dumbo
Dumbo © Foto: Disney
Stefan Klug / 10.08.2019, 13:53 Uhr - Aktualisiert 14.08.2019, 14:23
(MOZ) Als Einarmiger, als Kriegsversehrter, kehrt Holt Ferrier 1919 zum Zirkus zurück. Hier war er einst ein gefeierter Dressureiter. Jetzt geht es dem Unternehmen ähnlich schlecht wie ihm selbst. Doch Impresario Max hat Hoffnung, dass man mit dem zu erwartenden Elefanten-Nachwuchs wieder mehr Zuschauer ins Zelt locken kann. Er soll Recht behalten, allerdings ganz anders, als gedacht. Denn der Babyfant passt irgendwie zum Rest der Truppe, hat übergroße Ohren und stolpert ständig über dieselben. Aber der Zufall will es, dass sich der als Dumbo getaufte Nachwuchs in die Luft erheben kann und fliegt. Fortan sind alle Vorstellungen ausverkauft und aus der großen Stadt kommt mit V. A. Vandevere extra ein Unternehmer in die Provinz gefahren, der den Zauber der Manege völlig neu interpretiert und damit richtig Geld machen will. Dabei allerdings bleiben Menschlichkeit und der Geist des Zirkus auf der Strecke.

Mary Poppins war ein zarter Anfang, Dumbo nun ist der echte Beginn, alte Zeichentrick-Klassiker mit Hilfe von reichlich CGI-Effekten als Realfilm wieder auferstehen zu lassen. Kein Geringerer als Tim Burton übernahm die Verantwortung dafür, ist er doch der Fachmann für die etwas anderen Themen. So betrachtet allerdings liefert der Regisseur fast schon ein weichgespültes Werk ab, indem er vor allem auf Emotionen und nach heutigen Gesichtspunkten möglichst politisch korrekte Darstellung von Themen im menschlichen Umgang und mit Tieren achtet. Dabei erweitert er die Handlung nicht unbeträchtlich, was die Filmlänge mal eben verdoppelt.

Animierte Tiere wirken lebensecht

Auch wenn die wirklich großen Überraschungen ausbleiben, so wird sich der Zuschauer im Allgemeinen und das jüngere Zielpublikum im Besonderen nicht langweilen. Die Geschichte wird flott erzählt, baut logisch auf und wartet mit sehenswerten und pittoresken Kulissen auf, die schon die "gute alte Zirkuszeit" hochhalten. Und dann ist da natürlich noch Dumbo. Darstellung und Animation des kleinen Elefanten, wie übrigens auch seiner erwachsenen Artgenossen, wirkt so echt, dass man künftig wohl ganz auf Filmtiere verzichten kann. Zumal der CGI-Babyfant mit seinem Minenspiel eine Vorstellung abliefert, die echten nicht gegeben ist und vor allem das junge Publikum ein ums andere Mal zu Juchzern und Tränen animiert. Echt hingegen sind die bunten Pudel, die vor allem in der ersten Filmhälfte immer wieder das Gesamtbild komplettieren. Mit ihnen hat unsere geschätzte Kollegin Jana Posna einen Auftritt in der Multi-Millionen-Dollar-Produktion von Disney und hält somit die brandenburgischen Fahnen hoch.

Auf der technischen Ebene darf man sich besonders bei der 4K-UHD-Varinate auf sehr plastische Ansichten freuen. Das stärkt gerade bei den CGI-Tieren nochmals das Gefühl der Echtheit. Und es hebt den Zirkus aus der Kulisse heraus in die Wirklichkeit, ohne dabei die Illusion, die ja Zirkus und Film innewohnt, zu vernachlässigen.

Genre: Unterhaltung; FSK: 6 Jahre; Laufzeit: 112 Minuten; Verleih: Disney; Regie: Tim Burton; Colin Farrell, Michael Keaton, Danny DeVito; USA 2019

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