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Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile
Charmantes Monster

Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile
Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile © Foto: Constantin
Stefan Klug / 19.08.2019, 10:53 Uhr
(MOZ) Es war fast Liebe auf den ersten Blick. Und so sind Ted und Liz kurze Zeit später ein Paar. Dass eine kleine Tochter mit in die Beziehung gebracht wird, stört den jungen, gut aussehenden Mann nicht. Stets ist er charmant und höflich, fast ein perfekter Ersatz-Papa. Doch schon bald fallen erste Schatten auf die Vergangenheit Teds. Bei einer Routine-Kontrolle finden Polizisten Einbruchswerkzeuge, die später dann gar mit Morden in Verbindung gebracht werden. So kommt eines zum anderen. Ted wird nach Florida überstellt, kann fliehen, wird geschnappt flieht wieder, wird erneut gestellt. Schließlich landet er vor Gericht, verteidigt sich selbst und hat, so scheint es, Richter wie Geschworene im Griff. Muss er auch, denn die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe.

Mehr als 30 Morde werden Ted Bundy zur Last gelegt und seine Festnahme entsprang nicht so sehr einem Zufall, wie lange Zeit im Film vermutet. Der Kreis um die kleine Familie schließt sich im Angesicht des Todes. Doch da ist es längst um den Zuschauer geschehen. Denn Regisseur Joe Berlinger ist mit Zac Efron in der Hauptrolle ein wahrer Glücksgriff gelungen. Nicht nur, dass er dem echten Ted durchaus ähnlich sieht, Efron ist einfach der perfekte Schwiegermutter-Liebling. Und genau dieses Charisma braucht jemand, der vor Gericht um sein Leben kämpft und die Geschworenen um den Finger wickeln muss. Mit zahlreichen Rückblenden wird die Geschichte durchaus spannend erzählt, wenngleich manche Zeitabschnitte einfach unter den Tisch fallen. So gut wie keine Einblicke erhält man allerdings bei der Motivlage, was das Gesamtverständnis dann doch beeinflusst. So bleibt Bundy als Charakter besser in Erinnerung, als ihm und seinen Taten gerecht wird.

Zac Efron spielt die Rolle ebenfalls vielleicht einen Tick zu locker runter, was seinem bisherigen Darstellungen durchaus entgegen kommt. Womöglich aber ist er damit dem realen Bundy näher, als man es wahrhaben möchte. Denn wenn Joe Berlingers Werk eines nicht tut, dann wirklich ein Distanz zur Hauptperson herzustellen.

Genre: Thriller: FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 110 Minuten; Verleih: Constantin; Regie: Joe Berlinger;Lily Collins, Zac Efron, Angela Sarafyan; USA 2019

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