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Hellboy - Call of Darkness
Die Hölle auf Erden

Hellboy - Call of Darkness
Hellboy - Call of Darkness © Foto: Universum
Stefan Klug / 23.08.2019, 16:37 Uhr
(MOZ) Einst zerlegte König Arthur mit Hilfe von Excalibur die Hexe Nimue. Zur Sicherheit ließ der Sagenkönig deren Einzelteile in verschlossenen Truhen an jeweils verschiedenen Enden des Landes vergraben. So herrschte 1500 Jahre Ruhe. Doch wie das so ist, irgendwer stänkert immer und beginnt, die Überreste der Hexe auszubuddeln und zusammenzusetzen. Damit droht, was Arthur einst verhinderte: die ungezügelte Macht des Bösen über die Erde. Doch es gibt einen Gentlemen-Club, der sich auf die Jagd von Monstern und Riesen spezialisiert hat. Und es gibt Hellboy, das wohl einzige Monster, das zwar auch für Chaos auf der Erde sorgt, aber im Dienst einer guten Sache.

Vor 15 Jahren war Hellboy unter der Regie von Guillermo del Toro etwas richtig neues im Action-Genre. Einige Fortsetzungen später und ohne Ron Perlman in der Hauptrolle hat es die aktuelle Ausgabe schwer, storyseitig noch zu überraschen. Irgendwie alles schon mal gesehen ist der erste Eindruck, der einen beschleicht. Wobei, so genau stimmt das nicht. Denn während die Geschichte eher weniger preisverdächtig ist, kann die Darstellung des Kampfes zwischen Gut und Böse durchaus überzeugen. Heutige CGI-Technik macht Dinge möglich, die zu Zeiten des Ur-Höllenjungen schlichtweg nicht darstellbar gewesen wären. Das scheint auch Neil Marshall zu wissen, der auf die Zerlegung von Mensch und Monster offensichtlich sehr großen Wert gelegt hat. Körperteile, Eingeweide und Ströme von Kunstblut ergießen sich über den Zuschauer. Gewaltige Riesen ziehen eine erschreckend echt aussehende Schneise der Verwüstung durch London und Milla Jovovich macht auch noch eine gute Figur, wenn sie wie ein unfertiges Puzzle vor dem Auge der Kamera liegt. Die Altersfreigabe von 16 ist ob des Spaßes am Splattern mehr als gerechtfertigt. Da es sich aber nicht um einen Horrorstreifen handelt, muss der erdige Hellboy-Humor für entsprechende Aufmunterung sorgen. Und auch hier darf es ruhig deftig zur Sache gehen. Das funktioniert die erste Stunde ganz gut, zumal die 4K-UHD ein sehr detailliertes Bild zeichnet, mit rassigen Kontrasten punktet und auch in den vielen dunklen Passagen erfreulich viel zu sehen übrig lässt. Dazu sind die vielen Spezialeffekte als solche nicht mehr zu erkennen, man weiß es halt nur, denn die Milla weilt ja noch unter uns. Doch Mashall verschießt sein Pulver zu großzügig am Anfang. Der Overkill an Gemetzel führt in der zweiten Filmhälfte zu deutlichen Ermüdungserscheinungen. Und da gerade beim Schlussspurt gewohnheitsmäßig die Kampfaktivitäten zunehmen, mag man der Handlung nicht mehr ganz so interessiert folgen. Hat man da alles dann doch schon mal gesehen. Weniger, gerade am Anfang, wäre hier deutlich mehr gewesen.

Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 120 Minuten; Verleih: Universum; Regie: Neil Marshall; David Harbour, Milla Jovovich, Ian McShane; GB/USA 2019

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