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Alita - Battle Angel
Cyborg mit Gefühlen

Alita - Battle Angel
Alita - Battle Angel © Foto: 20th Century Fox HE
Stefan Klug / 30.08.2019, 13:31 Uhr
(MOZ) Viele Jahre nach dem großen Krieg wohnen die Überlebenden in zwei Städten. Die einen oben, im Himmel genannt Zalem, wo nur die Gutsituierten es hinschaffen sowie die Champions des jährlichen Kampfsportspektakels. Unten der ganze Rest, der irgendwie das Ziel hat, nach oben zu kommen. Dr. Ido ist nicht von diesem Gedanken beseelt. Er sieht sein Ziel darin, die vielen Mischwesen am Leben zu erhalten. Denn immerhin ist der Fortschritt soweit, dass der Verlust menschlicher Körperbestandteile durch künstlich-technische mehr als kompensiert werden kann. Wichtig ist nur, dass das Gehirn noch funktioniert. Und das ist bei jenem Kopf der Fall, den Ido auf dem Müll findet. Er bastelt einen Körper drumherum und erschafft sich so ein Mädchen, das irgendwie seiner verstorbenen Tochter ähnelt. Doch Alita ist nicht das unschuldige Ding was der Doc vor sich zu haben glaubt. Nach und nach kehren die Erinnerungen zurück. Und so wie Ido in seinem anderen Ich ein gnadenloser Kopfgeldjäger ist, so erweist sich Alita, aus ihrem vorherigen Dasein bestimmt, als der Prototyp einer ultimativen Kampfmaschine.

Keine Geringeren als James Cameron in der Rolle des Produzenten und Robert Rodriguez auf dem Regiestuhl haben der Manga-Vorlage "Battle Angel" das Laufen gelehrt. Wenn zwei Hollywood-Schwergewichte so ein Werk angehen, darf man sicher sein, dass geklotzt und nicht gekleckert wird. Und in der Tat wird jede Szene dieses Spektakels dem Anspruch gerecht. Rein von der bildlichen Seite brennt man hier ein wahres Effektfeuerwerk ab. Die Verschmelzung von Realfilm und CGI hat wohl bisher selten zu solch einer Vollendung geführt. Dabei sind die Darsteller mitnichten komplett animiert worden. Es stecken immer noch Schauspieler in den Figuren, teilweise zumindest. Denn der Mensch ist für die menschlichen Aspekte zuständig, der Computer für die künstlichen. Wobei auch das nicht ganz stimmt, denn die Augen von Rosa Salazar als Alita wurden der Vorlage gemäß nachträglich noch größer gerechnet. Kurzum, das sieht alles überwältigend aus und niemand wird allen Ernstes behaupten, die Schnittstellen zu erkennen. Da Mangas vor allem von den Bildern leben, darf die Geschichte dann ruhig etwas dünner ausfallen. So sollte man keine zu hohen Ansprüche an den Plot stellen, der zudem teilweise Dinge aufgreift, die man woanders auch schon erlebt hat. Dennoch trägt die Story den Film über die Laufzeit, ohne dass wir es mit Daueraction zu tun hätten. Der Anteil an Kämpfen ist erfreulich konstant über die Spielzeit verteilt worden und in der Häufigkeit auf ein Maß begrenzt, das zum Rest des Plottes passt. Apropos: Christoph Waltz als Ido kommt in seinem normalen Leben herrlich altmodisch daher, was perfekt mit der Art des Schauspielers korrespondiert und einen sehenswerten Kontrapunkt zu seinem Schützling Alita setzt.

Genre: Action; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 122 Minuten; Verleih: 20th Century Fox HE; Regie: Robert Rodriguez; Rosa Salazar, Christoph Waltz, Jennifer Connelly; USA 2019

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