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Im Netz der Versuchung
McConaughey und der Suff

Im Netz der Versuchung
Im Netz der Versuchung © Foto: Universum
Stefan Klug / 10.09.2019, 10:42 Uhr
(MOZ) Baker Dill fährt Touristen zum Hochseeangeln aufs Meer. Doch meist sitzt er letztlich selbst auf dem Kampfstuhl. Denn ein riesiger Tuna hat es dem Skipper angetan, verfolgt ihn bis in die Träume, hängt auch immer wieder am Haken, ist aber nie zu fangen. Den Frust darüber ersäuft Dill in der Hafenkneipe, was seine Stimmung nur kurzfristig bessert. Dazu bei trägt ebenfalls nicht, dass plötzlich seine Ex auftaucht, ihm die Ohren volljammert und versucht, Baker dazu zu animieren, ihren neuen Lover auf dem Meer über Bord zu werfen. Als ihr gemeinsames Kind als Argument nicht ausreicht lockt Karen noch mit zehn Millionen Dollar, die, da illegales Geld, problemlos zu haben wären. Dill gerät ins grübeln und entwickelt bei reichlich Rum einen Plan, wie das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden sei. Dabei hat er längst nicht mehr die Fäden in der Hand.

Genau das ist es, was den Zuschauer ab etwa der Filmmitte zu verwirren beginnt. Denn bis dahin ist die Geschichte geradlinig und als Thriller zweifellos gelungen aufgebaut. Doch plötzlich mischt ein Mystery-Element mit, dessen es bei näherer Betrachtung auch zum Ende hin eigentlich nicht bedurft hätte. Und so erschließt sich nicht wirklich, was Steven Knight mit dem Twist bezweckt hat. Denn in Erinnerung wird ohnehin ein ständig angesoffener und vom Riesentuna getriebener Matthew McConaughey bleiben. Nach "Beach Bum"schon der zweite Film in diesem Jahr, in dem der ehemalige Beau sich in seiner Rolle voll die Breitseite gibt. Damit zeigt er auch einen gewissen Hang zur Hässlichkeit und kratzt an seinem bisherigen Image. Wie gesagt, der Streifen hätte auch allein als Thriller funktioniert, zumal Knight seine Handlung in eine traumhafte Gegend irgendwo in der Karibik verlegt hat. Sonne, Strand und Palmen als Konstrast zu blutigen Taten, das passte schon immer. So bleibt man zum Ende hin zwar nicht ratlos zurück, da die Geschichte irgendwie doch einen logischen Ausgang hat, wird aber das Gefühl nicht los, dass die Spannungsschraube etwas überdreht worden ist.

Genre: Thriller; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 106 Minuten; Verleih: Universum; Regie: Steven Knight;Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Diane Lane; GB/USA 2019

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