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Billionaire Boys Club
L.A. im Rausch des Geldes

Billionaire Boys Club
Billionaire Boys Club © Foto: Sqaure One
Stefan Klug / 10.09.2019, 11:10 Uhr
(MOZ) In ist, wer drin ist. Nach diesem Motto gründen zwei Hippster im L.A. der 1980-er Jahre einen Club, der reichen Männern verspricht, schnell noch reicher zu werden. Joe ist dabei einer der’s kann und Dean derjenige, der es verkaufen kann. In Ron Levin finden sie nicht nur einen Fürsprecher, sondern auch einen Geldgeber, denn mitunter sprudeln die versprochenen 50 Prozent Gewinn in kurzer Zeit nicht so, wie man es den willigen Investoren suggeriert hat. Einmal in Schwung allerdings zeigt sich die Maschinerie dann tatsächlich als probates Mittel zum Geld drucken. So lange zumindest, wie man intern mit offenen Karten spielt. Als dies nicht mehr der Fall ist, erweist sich die ganze Kiste als Schneeballsystem. Fein raus ist, wer zuerst raus ist, ist ab da die Devise.

Der Film von James Cox basiert auf wahren Tatsachen und zeigt exemplarisch, dass schnelles Geld und ehrliche Haut nicht wirklich zueinander passen. Wenn die Rendite deutlich zweistellig wird, geht es mit Moral und Anstand steil bergab. Hollywood hat das schon einige Male thematisiert und die Wirklichkeit liefert leider genügend Beispiele dafür. So auch hier, denn einige der Protagonisten sitzen heute noch im Knast. Denn ab einem bestimmt Punkt zählt dann Geld auch mehr als das Leben anderer, so geschehen beim BBC. Wie die sagenhafte Reichtumsvermehrung tatsächlich vonstatten ging deutet Cox nur an, das Ende besiegelt jedenfalls wurde durch schlichten Betrug. Dazwischen sorgt der Regisseur reichlich für Tempo und umgeht so lästige Fragen nach mehr Tiefe in der Handlung. Bling Bling statt Figurenzeichnung funktioniert über weite Strecken, befriedigt aber nicht in allen Punkten. Lediglich Ron Levin wird genauer betrachtet, was insofern interessant ist, da dieser von Kevin Spacey gespielt wird, der offensichtlich seine Rückkehr zum Film eingeleitet hat. Nach knapp eineinhalb Stunden jedenfalls ist der Zuschauer um eine bekannte Erkenntnis reicher, nämlich, dass Verbrechen nicht lohnen, so verlockend auch die Aussichten sein mögen. Der Weg zur Einsicht ist unterhaltsam, temporeich aber leider nicht sehr tiefgründig.

Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 108 Minuten; Verleih: Square One; Regie: James Cox;Ansel Elgort, Kevin Spacey, Taron Egerton; USA 2018

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