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Narcos
Die Welt des Pablo Escobar

Stefan Klug / 10.09.2019, 11:43 Uhr - Aktualisiert 11.09.2019, 10:45
(MOZ) "Plata o plomo" war der Leitspruch Pablo Escobars und warnte jeden, der sich nicht kaufen ließ, dass dies dessen Tod bedeutete. Und der kolumbianische Drogenboss machte reichlich Gebrauch von seiner Ankündigung. Escobar war zwischenzeitlich nicht nur einer der reichsten Männer der Erde, er schaffte auch den Einzug ins kolumbianische Parlament und hätte fast erreicht, dass die Drogenbarone durch den Staat geschützt wurden. Der Aufstieg vom Kleinkriminellen zum größten Verbrecher des Landes war spektakulär und hing unmittelbar mit dem Aufstieg des Kokain als Partydroge in den USA zusammen. Dabei inszenierte sich der Boss des Medellin-Kartels gern als eine Art Robin Hood, der den wohlhabenden Amis nahm und den armen Kolumbianern gab. Er ließ Schulen und Wohnungen errichten und konnte sich so einer großen Zustimmung in Teilen der Bevölkerung sicher sein. So überstand er viele Jahre des Krieges gegen die Drogen, wie ihn die USA ausgerufen hatten. Und selbst als Escobars Stern im sinken begriffen war, stiegen die Kokain-Exporte nach Nordamerika. Die hatte nämlich inzwischen das Cali-Kartell übernommen. Nicht weniger skrupellos, einfallsreich und brutal.

Netflix dokumentiert Kartell-Geschichte

Mit der Serie "Narcos" hat Netflix den Aufstieg und Fall der beiden großen Kartelle Kolumbiens episch dokumentiert. 30 Folgen über knapp eine dreiviertel Stunde lang folgt der Zuschauer vor allem den Spuren von Escobar sowie zwei DEA-Agenten, die diesem in Kolumbien auf der Spur waren. Sehr detailreich gehen die Serienerfinder dabei zu Werke. So finden sich alle verbürgten Geschichten wieder, wie sie der interessierte Zuschauer aus einer Reihe von ähnlichen Filmen aus gleicher Zeit kennt. Escobar erlebte um 2015 herum kinoseitig so etwas wie eine Renaissance. Ausgekleidet wurde der üppige Rest der Handlung vor allem mit viel fiktivem Material und Personen, was jedoch stets glaubwürdig erscheint. Und auch, wenn nicht jede der 30 Folgen auf gleich hohem Niveau spielt, so ist der Fortgang der Geschichte spannend und sehenswert inszeniert worden. Dazu ist es den Machern gelungen, mit Wagner Moura die Hauptrolle sehr authentisch zu besetzen. Und auch der Rest vom Cast spielt auf hohem Niveau. Gleiches gilt für das gesamte Set, inklusive aller Spezialeffekte. So erhält das Gesamtwerk einen durchaus dokumentarischen Charakter. Einzig der Umstand - wohl um die Geschichte noch originaler zu gestalten - das fast sämtliche Dialoge in Spanisch nicht synchronisiert, sondern lediglich untertitelt wurden, nervt zum Ende hin immer gewaltiger. Aus gleichem Grunde hätte man auch den englischsprachigen Anteil mit Untertiteln versehen können. Für den deutschen Filmmarkt ein eher ungewohntes Vorgehen, das nicht auf viele Freunde zählen dürfte. Um ein positives Gesamtfazit zu ziehen sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Portierung der Streaming-Serie auf BluRay äußerst gelungen ist. Wer ein Upscaling auf 4K-Monitore nutzen kann, wird mit ungemein kontrastreichen und gut ausgeleuchteten Bildern in stets natürlichen Farben, ja, mit einem fast plastischen Bild belohnt. Leider aber bleibt ein Auge meist nur dafür übrig, das andere ist bei den Untertiteln.

Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: ca. 1500 Minuten; Verleih: Polyband; Regie: diverse;Pedro Pascal, Wagner Moura, Boyd Holbrook; USA/Co 2015

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