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15 Minutes of War
Tödliche Mission in Dschibuti

15 Minutes of War
15 Minutes of War © Foto: Busch
Stefan Klug / 16.09.2019, 16:11 Uhr
(MOZ) Mitte der 1970-er Jahre war das afrikanische Dschibuti eine der letzten richtigen französischen Kolonien. Entsprechend hoch der Anteil an Europäern im Land. Zugleich stellte die Grenze zu Somalia so etwas wie den eisernen Vorhang Afrikas dar. Denn auf der anderen Seite hatten die Sowjets das Sagen. Im Februar 76 entführten Islamisten einen Schulbus mit französischen Kindern und verschanzten sich direkt im Grenzgebiet. Paris entsandte darauf hin eine neu gegründete Anti-Terroreinheit der Gendarmerie. Die ging zwar vor Ort in Stellung und hatte die Möglichkeit, die Entführer simultan auszuschalten, doch in Regierungskreisen konnte man sich nicht zum Schießbefehl durchringen. Als die Situation eskalierte nahm der verantwortliche Kommandeur vor Ort die Sache selbst in die Hand.

Selten hat ein Filmtitel den Inhalt so exakt beschrieben wie hier. Nachdem die Handlung gut eine Stunde dahingeplätschert ist, explodiert das Geschehen sprichwörtlich. Dabei ist es keine Frage, dass, die Sache auf den Höhepunkt hin zutreiben, dramaturgisch immer gut ist. Doch der Tempounterschied erscheint ein wenig zu groß. Dabei gäbe es genügend Möglichkeiten. Schließlich befinden sich die Kinder lange Zeit in einem Bus, der in praller afrikanischer Sonne steht. Drumherum scharrt die Fremdenlegion mit den Hufen, den Gegner endlich plattmachen zu können. Und nicht zuletzt ist auch auf somalischer Seite einiges los. Hier hätte Fred Grivois sicher einige künstlerische Freiheiten gehabt, das Geschehen anzuheizen. Andererseits muss man dem Franzosen zugute halten, dass er um größtmögliche Authentizität bemüht ist. So sind die Farben erdig braun, lässt die Sonne immer einen gleißenden Schein auf dem Bild zurück, während die Protagonisten schon beim Zusehen verbrennen. Und auch die besagten 15 Minuten beeindrucken. Der Bodycount ist enorm, trotz zahlreicher Details verzichtet der Regisseur jedoch auf Effekthascherei.

Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 94 Minuten; Verleih: Busch Media; Regie: Fred Grivois;Alban Lenoir, Olga Kurylenko, Sébastien Lalanne; F 2019

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