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Niemandsland
Keira Knightley zwischen zwei Männern

Niemandsland
Niemandsland © Foto: 20th Century Fox HE
Stefan Klug / 30.09.2019, 13:35 Uhr
(MOZ) Im zerstörten Hamburg kurz nach Kriegsende zieht Lewis Morgan mit seiner Frau Rachael in die Villa des Architekten Stephen Lubert ein. Morgan ist ein hohes Tier bei der britischen Besatzungsmacht und sein ungewollter Gastgeber einer der Glücklichen, der die Bombennächte unbeschadet überstanden hat. Fast zumindest. Denn Luberts Frau starb. Aber auch die Morgans trauen, verloren sie doch ihr Kind bei deutschen Angriffen auf England. So sind die Fronten entsprechend verhärtet. Doch die 16-jährige Klavierspielende Tochter ist der neuen Hausherrin nicht unsympathisch und mit der Zeit auch deren Vater. Da sich Lewis vor allem im Dienst befindet kommen sich der Deutsche und die Engländerin näher als beabsichtigt. Und für Rachael ist alsbald klar, dass die Entfremdung vom Gatten bereits mit dem Tod des Kindes begann. So setzt sie alles auf eine Karte, will mit Stephen und der Tochter Hamburg verlassen.

Nach dem Roman "The Aftermath" hat James Kent diesen Film inszeniert und durchaus prominent besetzt. Dabei wurde vor allem viel Wert auf Kulisse gesetzt und das zerstörte Hamburg kommt in diesem Nachkriegswinter so authentisch rüber, dass es einen fröstelt. In ähnlichen Temperatur-Regionen bewegt sich aber auch das Verhältnis der Rollen von Keira Knightley und Alexander Skarsgård. Zumindest kann man als Zuschauer - bei aller Vorsicht und Zurückhaltung der schwierigen Verhältnisse wegen - keine wirklich brennende Liebe erkennen. Eher scheint es hier der Umstand zu sein, mangels Möglichkeiten den nächstbesten zu finden. Ob das so gewollt ist? Erstaunlich relaxed mit der Gesamtsituation vor dem Ehebruch geht dagegen der von Jason Clarke gespielteLewis um. Ein Besatzer mit viel Verständnis für jene Leute, die einst die Gegner waren. Am Ende bleibt ein durchaus sehenswertes Nachkriegsdrama, dass sich einer doch eher ungewöhnlichen Konstellation widmet. Atmosphärisch sehr dicht und in Sachen Kulisse toll umgesetzt, nur bei der Gefühlslage will es nicht wirklich überzeugen.

Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 108 Minuten; Verleih: 20th Cent. Fox HE; Regie: James Kent; Keira Knightley, Alexander Skarsgård, Jason Clarke; GB 2019

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