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Trautmann
David Kross als Held von Manchester United

Trautmann
Trautmann © Foto: Capelight
Stefan Klug / 19.10.2019, 15:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges gerät Fallschirmjäger Bernhard Trautmann in britische Kriegsgefangenschaft. Die Soldaten vertreiben sich die Lager-Langeweile mit Fußball und Bert kann zeigen, was für ein guter Torwart er ist. Das sieht der Trainer des örtlichen Clubs, der auch wegen seines schlechten Keepers gegen den Abstieg kämpft. Kurzerhand wird Trautmann als Torwart für die Briten dienstverpflichtet. Anfängliche Proteste ersticken nach den ersten Glanzparaden und so wundert es nicht, dass der "Kraut" auch nach der Kapitulation auf der Insel bleibt. Denn schließlich bekommt er vom Erstligaclub Manchester United ein Angebot. Auch dort kochen zuerst die Emotionen hoch, doch wiederum kann Trautmann die Kritiker mit Taten überzeugen. Zum Helden allerdings wird er einige Jahre später.

Eigentlich ist die Geschichte um den einst besten Torhüter kein Geheimnis. Um so verwunderlicher, dass sie niemand bisher eine filmische Umsetzung wagte. Denn zumindest ein kleines Heldenepos konnte man erwarten. Marcus H. Rosenmüller nun hat die filmische Lücke gefüllt und einen sehr sehenswerten, unterhaltsamen, aber ebenso emotionalen Streifen abgeliefert. Er spart dabei auch die dunklen Seiten der Geschichte nicht aus und hält in Sachen Schuld und Sühne gekonnt die Balance. Mit David Kross in der Hauptrolle sehen wir einen durchaus bekannten, aber nicht zum Star stilisierten deutschen Jungschauspieler, der der Figur Realität und Sympathie verleiht. Neben der sportlichen Seite des Plots vermag Rosenmüller aber auch eine politische Komponente gekonnt mit zu verarbeiten. Denn dass und vor allem wie der einstige Feind integriert wird, hat an Aktualität nichts verloren. Und dass die Briten hier nicht immer gentlemanlike zu Werke gegangen sind, wird ebenso wenig verschwiegen wie der Grund für den berechtigten Hass auf die Deutschen. Zum Ende hin dreht sich die Gesamtgeschichte gekonnt in Richtung Feelgood-Kino, wie wir es aus Großbritannien kennen und lieben.

Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 120 Minuten; Verleih: Capelight; Regie: Marcus H. Rosenmüller; David Kross,Freya Mavor, John Henshaw; D/GB 2018

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