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Peter Lindbergh - Women’s Stories
Vater der Supermodels

Peter Lindbergh - Woman Stories
Peter Lindbergh - Woman Stories © Foto: dcm
Stefan Klug / 26.10.2019, 14:57 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) In den späten 1980-er Jahren revolutionierten eine Reihe von jungen Frauen die Modewelt bzw. den Blick auf dieselbe. Denn mit Naomi Campbell, Linda Evangelista, Cindy Crawford oder Tatjana Patitz wanderte der Blick von der Haute Couture auf diejenigen, die sie auf den Laufstegen der Welt trugen. Von nun an rückten die Supermodels in den Focus der Öffentlichkeit - bzw. sie wurden gerückt. Denn der Sinneswandel kam nicht von ungefähr. Es war vor allem Peter Lindbergh, der mit seiner neuen, besonderen Sicht auf die Models dazu beitrug. Der Düsseldorfer Fotograf stellte den Menschen in den Mittelpunkt und das am besten noch in Alltagssituationen. Glätten, Retusche - all das war ihm fremd. Und mit dieser Natürlichkeit kam er den jungen Frauen sehr nah, nicht nur, weil er beim Shooting beispielsweise mit ihnen in den Pool stieg.

Jean Michel Vecchiet hat nun das Schaffen Lindbergs ähnlich dessen Art in Bewegtbilder gegossen. Ohne Glätten oder Retusche, mit alten, verrauschten Privatvideos ebenso wie mit offiziellen Aufnahmen von den Fotosessions. Dies alles geschah dazu nicht chronologisch, sondern inhaltlich sortiert. Der Künstler Vecchiet porträtiert so den Künstler Lindbergh und macht dies wiederum an einem weiteren Künstler fest: Jackson Pollock. Ähnlich dessen Art Bilder zu erschaffen kreist auch der Regisseur ums Tun seiner Hauptperson, ebenso wie diese stets rastlos am Set unterwegs ist. Alles fließt und wird irgendwann vereint. Hier sogar die Vergangenheit mit der Neuzeit, denn auch Lindberghs Jugend im Nachkriegsdeutschland bleibt nicht unberücksichtigt. Aber auch diese breitet sich in der schnellen Abfolge von Bildern aus, so als ob der Fotograf alles selbst arrangiert hätte. Dabei war es Vecchiet, der seinen Freund über Jahre hinweg mit der Kamera begleitet hat. So ist der Film, egal von welcher Seite aus betrachtet, irgendwie ein Lebenswerk.

Genre: Dokumentation; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 113 Minuten; Verleih: dcm; Regie: Jean Michel Vecchiet; Peter Lindbergh, Naomi Campbell, Charlotte Rampling; F 2019

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