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Yesterday
John Lennon lebt!

Yesterday
Yesterday © Foto: Universal
Stefan Klug / 16.11.2019, 13:54 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Jack Malik ist ein mäßig begabter und fürchterlich erfolgloser Singer-Songwriter. Auf dem Nachhauseweg von einem dieser schlecht besuchten Konzerte versinkt die Erde für Sekunden in Dunkelheit. Ein Blackout. Jack befindet sich gerade auf einer Kreuzung. Ein Bus ebenso. Mit zwei Schneidzähnen weniger, aber sonst unversehrt, erwacht er im Krankenhaus. Und seine zertrümmerte Gitarre ersetzen ihm seine Freunde. Als Dankeschön klimpert er ein nettes "Yesterday" und kann die Aufregung der anderen nicht nachvollziehen, die hin und weg von dem Song sind. Wie sich herausstellt, muss in den Sekunden der Dunkelheit die Erinnerung an The Beatles komplett vom Planeten gelöscht worden sein. Bis auf bei Malik. Anfangs etwas zurückhaltend, später mit Elan, weiß er diese weltweiten Wissenslücken zu nutzen. Fortan sprudeln die Songs aus ihm heraus, als wäre er John, Paul, George und Ringo in Personalunion. Und richtig in Schwung kommt die Karriere, als ihn Ed Sheeran als Vorband mit auf Tournee nimmt.

Ok, ok - die Geschichte ist mehr als an den Haaren herbeigezogen. Doch Danny Boyle macht daraus in seiner unnachahmlich lockeren und sympathischen Art eine echt coole Story. Mit Richard Curtis als Drehbuchautor an der Seite könnten junge und weniger in Musikhistorie bewanderte Zeitgenossen fast glauben, es mit einer wahren Begebenheit zu tun zu haben. Auch, weil Boyle Superstar Sheeren mit einbezieht und vor allem, wie dieser durchaus auch auf eigene Kosten zum Gesamterlebnis beiträgt, ist bewunderns- und sehenswert. Klar ist dabei, dass es natürlich keine logische Auflösung für das Mysterium geben kann. Und auch hier geht der oscarprämierte Regisseur seinen Weg konsequent weiter, indem er einfach John Lennon wieder auferstehen und den entscheidenden Hinweis geben lässt.

Andererseits hatten die Macher nach "Bohemian Rapsody" "Rocketman" und "Blinded by the Light" kaum eine Chance, anders vorzugehen, um sich in der diesjährigen Fülle an Musikfilmen von den anderen zu unterscheiden. Das jedenfalls ist ebenso gut gelungen und wir erleben ein durchaus beeindruckendes Stück britischen Kinos.

Genre: Komödie; FSK: o.A.; Laufzeit: 111 Minuten; Verleih: Universal; Regie: Danny Boyle; Himesh Patel, Lily James, Sophia Di Martino; GB 2019

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