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Wolf’s Call
Frankreich befiehlt nuklearen Gegenschlag

Wolf’s Call
Wolf’s Call © Foto: Concorde HE
Stefan Klug / 21.11.2019, 14:10 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Vor der syrischen Küste soll ein französisches U-Boot Kampfschwimmer aufnehmen. Das Unterfangen scheitert fast, weil Sonar-Akustiker Chanteraide Geräusche hört, die auf ein anderes U-Boot hinweisen könnten. Doch die Signatur passt zu keinem der bekannten. Der Vorfall lässt den jungen Mann nicht in Ruhe. Er forscht weiter und ist sich dann sicher, dass es sich um einen russischen Prototypen handelt, der längst verschrottet sein sollte. Zeitgleich gehen ein atomar betriebenes Boot inklusive Begleitschutz auf geheime Fahrt, als aus der Arktis-Region ein Abschuss einer ballistischen Rakete vermeldet wird. Da das Ziel Paris zu sein scheint, ordnet der Präsident den Gegenschlag an. Von nun an greifen Protokolle, die eine Unterbrechung unmöglich machen. DochChanteraide ist sich sicher, dass die Rakete ohne Sprengkopf gestartet ist. Wenn es nicht gelingt, das Atom-U-Boot zu stoppen, würden die Franzosen einen Nuklearkrieg beginnen.

Man kann über das Szenario geteilter Meinung sein. Soweit an den Haaren herbeigezogen scheint es allerdings angesichts heutiger Möglichkeiten nicht. Erstaunlicher ist vielmehr, dass solch ein Plot aus einer französischen Produktion stammt. Denn cineastisches Säbelrasseln erlebt man von unseren Nachbarn doch eher selten. Ungeachtet dessen bleibt aber festzustellen, dass Antonin Baudry hier ein über weite Strecken spannendes und actionreiches Spektakel inszeniert hat. Im Rahmen des Möglichen kommt die Handlung durchaus realistisch rüber und nicht zuletzt hat man auf hohem Niveau U-Boot-Kriegsführung in sehenswerte Bilder gegossen. Einzig die Liebesgeschichte zwischen dem Akustiker und einer Bibliothekarin ist vollkommen überflüssig, weil für den Plot irrelevant. Auch der gute Cast überzeugt, wenngleich es hier ebenfalls etwas zu meckern gibt. Denn Shooting Star Omar Sy ist leider eine glatte Fehlbesetzung. Sein stets unterschwelliger Situationswitz passt einfach nicht zur bedrohlichen Rahmenhandlung. Und weder Reda Kateb noch Mathieu Kassovitz als dessen filmische Vorgesetzte huscht auch nur ein Lächeln übers Gesichts. Von den genannten Einschränkungen abgesehen ein für Fans absolut empfehlenswerter Ausflug ins U-Boot-Genre mit realistischem und sehenswert umgesetzten Setting.

Genre: Action; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 115 Minuten; Verleih: Concorde HE; Regie: Antonin Baudry; François Civil, Omar Sy, Mathieu Kassovitz; F 2019

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