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Paris bei Nacht
Polizisten betreiben Sexshop

Paris bei Nacht
Paris bei Nacht © Foto: Alamode
Stefan Klug / 30.11.2019, 14:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der Auftrag ist pikant. Um den Hintermännern eines Porno-Ringes auf die Schliche zu kommen, schleust die Pariser Polizei zwei Beamte ins Rotlichtmilieu ein. So betreiben Franck und Serge einen Sexshop mit Peep-Show. Und da der Staat für solch schlüpfrige Unternehmungen auch aus Ermittlungsgründen kein Geld zur Verfügung stellt, müssen die beiden nach der Anschub-Finanzierung zusehen, dass der Laden läuft. Um das sicherzustellen kommen sie auf die Idee, mit ihren Darstellerinnen kleine Schmuddelfilme zu drehen, die die Besucher anlocken und das Geschäft ankurbeln sollen. Und siehe da, es funktioniert. So gut sogar, dass nun die Konkurrenz am Pigalle aufmüpfig wird. Eines Tages schließlich verwüstet ein Schlägertrupp den Laden und die beiden Cops müssen bei den Unterwelt-Größen um Kredite betteln. Nicht ganz uneigennützig, denn mittlerweile haben sie sich ans Leben mit leichten Mädchen, Drogen und viel Alkohol gewöhnt.

Keine Frage, das Thema ist pikant. Denn die beiden Flics sind im Rotlicht-Geschäft besser als die angestammten Ganoven. Und das die Polizei in Zeiten, in denen Pornografie noch verboten war, zu solch eher ungewöhnlichen Methoden greift, bietet thematisch reichlich Platz für Ideen. Die setzt Cédric Anger anfänglich auch durchaus gekonnt um und fällt mit den ans Laster gewöhnten Beamten gleich mit der Tür ins Haus. Der Aufbau der Geschichte folgt dann logisch, wird mitunter aber selbst ein wenig zur Peep-Show. Reichlich blanke Oberweiten gehören ja auch filmisch mit zum Geschäft. Leider verpassen es die Franzosen dann aber, dem Streifen eine eindeutige Richtung zu geben. Er ist weder Thriller noch Komödie. Und gerade letztere hätte sich ob der Thematik durchaus angeboten. Doch Guillaume Canet und Gilles Lellouche agieren einfach einen Tick zu ernst und wenn sie high sind, ist das auch nicht zwingend komisch. Hier verschenkt die Produktion leider Potential. Es fehlt der Biss für die Thematik. So bleibt zumindest ein im wahrsten Sinne der Bedeutung Sittengemälde dessen, was in den frühen 1980er so im Rotlichtbezirk abgegangen ist.

Genre: Drama; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 118 Minuten; Verleih: Alamode; Reige: Cédric Anger; Guillaume Canet, Gilles Lellouche, Michel Fau; F 2019

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