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Kill Team
US-Truppen töten Zivilisten in Nahost

Kill Team
Kill Team © Foto: Square One/Universum
Stefan Klug / 02.01.2020, 14:41 Uhr - Aktualisiert 05.01.2020, 16:40
Frankfurt (Oder) (MOZ) Andrew Briggman dient bei der US-Army in Afghanistan. Seine Einheit ist im Zuge der ISAF-Mission im Land und soll für sichere Nachschubwege sorgen. Denn auf die werden regelmäßig Anschläge verübt. So ist man ständig unter Führung des Staff Sergeants unterwegs, um in Dörfern Informationen zu möglichen Bomben zu finden. Dabei wird Briggman mehrmals Zeuge, wie seine Kameraden Zivilisten töten und es im Nachhinein wie Notwehr aussehen lassen, indem man den Toten Waffen in die Hand gibt. Der junge Mann ist verzweifeln. Sicher, dass das, was geschieht, Unrecht ist, weiß er dennoch nicht, wie er sich verhalten soll. So vertraut er sich nur seinem Vater an, mit dem er regelmäßg Kontakt hat. Als dann offensichtlich eine interne Untersuchung beginnt, ist sich Briggman nicht sicher, ob die von ihm ausgegangen ist. Zumindest aber hat er das Gefühl, dass seine Kameraden ihn argwöhnisch beäugen.

Der Titel "Kill Team" und ein paar GI’s auf dem Cover lassen einen harten Kriegsfilm erwarten. Tatsächlich leitet sich aber das Wort "Kill" vom Ursprung Töten ab und meint Mord damit. Denn der auf wahren Begebenheiten beruhende Film entpuppt sich alsbald als Drama, denn als Actioner. Zum einen schildert er die Verrohung der Zustände innerhalb der us-amerikansichen ISAF-Truppe. Zum anderen bringt er dem Zuschauer die Verzweiflung nahe, in der sich jemand befindet, der den Mord als Mord erkennt und nicht weiß, was er machen soll. Das Thema wagt sich dabei durchaus ein stückweit auch in ethische Bereiche hinein, schließlich wird dargestellt, wie Briggman defacto unter Befehlsnotstand zum handeln gezwungen wird. Allerdings darf man keine erschöpfende Antwort erwarten. Dan Krauss geht in seinem Stück nicht oder kaum über die Darstellung der Zustände hinaus. Letztlich bleibt die bittere Erkenntnis, dass es auch unter Soldaten Mörder geben kann.

Genre: Drama; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 85 Minuten; Verleih: Square One; Regie: Dan Krauss; Adam Long, Nat Wolff, Jonathan Whitesell, Alexander Skarsgård; USA 2019

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