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Die Stockholm Story
Banküberfall mit Liebes-Folgen

Die Stockholm Story
Die Stockholm Story © Foto: Koch
Stefan Klug / 06.01.2020, 11:19 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Party ist eröffnet. Mit Langhaarperücke und Texas-Lederjacke bekleidet stürmt Lars Nystrom eine große Bank in Stockholm. Doch nicht das schnelle Geld ist sein Ziel. Denn neben der Kohle will er auch einen alten Knastkumpel freipressen. So nimmt der Gangster vier Geiseln und stellt eindeutige Forderungen: Gunnar freilassen, Fluchtwagen, unbehelligter Abzug. Die Art des Überfalls ist ziemlich neu für die Ordnungsmacht und so ist es Olof Palme, der Premierminister persönlich, der dem Ansinnen des freien Geleits eine Abfuhr erteilt. Die Tage darauf ergehen sich Polizei und Geiselnehmer zunehmend darin, gegenseitig Stärke und Macht zu demonstrieren, teils live von den Medien begleitet. In Folge wähnen sich die Opfer allerdings sicherer in der Hand der Kidnapper, die sie offensichtlich vor einem brutalen Zugriff der Polizei bewahren und damit Leben und Gesundheit schützen.

Aus diesem Umstand heraus wird das Stockholm-Syndrom hergeleitet, das man seit jenen schicksalhaften Tagen von 1973 immer dann zur Anwendung bringt, wenn Täter und Opfer einer Geiselnahme Zuneigung zueinander entwickeln. Robert Budreau erklärt dies sehr anschaulich in einer Mischung aus Fakten und Fiktion, Comedy und Actioner. Mit Ethan Hawke und Noomie Rapace hat der Regisseur dabei auf ein eher ungewöhnliches Paar zurückgegriffen. Denn der Amerikaner ist immer hart am Overacting, während die Schwedin hier sehr zurückhaltend als Opferlamm agiert. Egal, wie viel Wahrheitsgehalt in der Handlung steckt, die entscheidenden Dinge sind verbürgt und sorgen damit für unterhaltsame Aufklärung zu den Hintergründen genannten Syndroms.

Genre: Action; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 92 Minuten; Verleih: Koch; Regie: Robert Budreau; Ethan Hawke, Noomi Rapace, Mark Strong; Ca 2018

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