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Late Night
Harte Bandagen im Talk-TV

Late Night
Late Night © Foto: eone
Stefan Klug / 11.01.2020, 11:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Katherine Newbury ist seit Jahrzehnten die angesagte Late-Night-Talkerin im TV. Und die einzige dazu. Doch wie es scheint, neigt sich ihre Ära zuende. Ausgerechnet eine andere Frau, die Chefin des Senders, will Newbury ersetzen. Die Quoten sind zu schlecht. Zu wenig feminine Eigenständigkeit bei den Themen und der Umsetzung wird bemängelt. Also muss weibliche Verstärkung ins Writer-Office, wo die Gags und Reden geschrieben werden. So kommt Molly Patel, bisher Qualitätskontrolleurin in einer Chemie-Fabrik, etwas überraschend zu diesem Job. Anders als ihre neuen männlichen Kollegen hat sie zwar weniger Ahnung vom Talk-Geschäft, dafür fühlt sie sich aber auch nicht der Hierarchie unterworfen und nimmt bei der Einschätzung der Situation kein Blatt vor den Mund. Damit kommt sie natürlich nicht gut an. Doch die Situation ist ernst und auch Newbury merkt, dass Molly wohl ihre einzige Chance ist.

Das Talkshow-Geschäft in den USA ist ein hartes. Wer sich nicht ständig neu erfindet, scheitert. Das wird auch für Katherine Newbury zum Problem. Nisha Ganatra inszeniert rund um diesen Plot eine muntere und geistreiche Komödie. Diese erinnert in Ansätzen an "Der Teufel trägt Prada" und folgt auch gewissermaßen dessen Handlungsmuster bis zu einem bestimmten Punkt. Die Regisseurin allerdings kann inhaltlich noch mehr zuspitzen, denn Newbury ist Engländerin und Molly hat indische Wurzeln. Dennoch erfindet die Kanadierin die Komödie rund ums Showgeschäft nicht neu. Und wirklich überrascht vom Fortgang der Geschichte sollten die wenigsten sein. Vielmehr unterhält hier intelligenter Witz. Aber auch das Verhältnis der beiden vollkommen unterschiedlichen Frauen, Emma Thompson und Mindy Kaling, trägt sehr zum gelungenen Gesamtauftritt bei.

Genre: Komödie; FSK: o.A. Jahre; Laufzeit: 102 Minuten; Verleih: eone; Regie: Nisha Ganatra;Emma Thompson, Mindy Kaling, John Lithgow; USA 2019

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