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ES: Kapitel 2
Stephen King und das Ende vom Horror-Clown

ES Kapitel 2
ES Kapitel 2 © Foto: WHV
Stefan Klug / 31.01.2020, 16:19 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Vor 27 Jahren schien das Schicksal von Pennywise besiegelt. Der "Club der Verlierer" hatte gesiegt. Doch sicher war man sich des Erfolges nicht wirklich. Denn die sieben Kids von Derry schworen sich, wieder zusammen zu kommen, sollte der Horror-Clown wieder auftauchen. Egal wann, egal wo.

Mike war es, der das Signal absetzte. Er war als einziger in der Kleinstadt geblieben und hatte das Böse nun wieder erlebt. Die anderen sechs folgten dem Ruf und kehrten ebenfalls zurück. Doch fast drei Jahrzehnte später sind eine Ewigkeit. Mensch wie Gesellschaft haben sich gewandelt. Geblieben aber sind die Ängste, denen sich die Jugendfreunde erneut stellen müssen. Und Pennywise natürlich.

Die Neuverfilmung des Stephen-King-Klassikers übererfüllte vor zwei Jahren alle Erwartungen. Dies war vor allem überraschend, weilAndy Muschietti nur einen Teil der Romanvorlage umgesetzt hatte - die Jugendzeit. Nach dem Erfolg war eine Fortsetzung keine Frage, und mit deutlich angehobenen Budget ist der Argentinier die Fortsetzung angegangen. Nicht nur, dass man die Jugenddarsteller von Teil 1 wieder mit ins Boot nahm, auch der Erwachsenen-Cast kann sich sehen lassen. Den führen Jessica Chastain und James McAvoy promiseitig an Bill Skarsgård schlüpft wieder ins Clownskostüm.

Seine ganz großen Momente hat das Schlusskapitel - im Original heißt der Streifen richtigerweise "ES Ends" - immer dann, wenn die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen wird. Übergangslos wandert die Handlung und trägt so zum Allgemeinverständnis bei. Und auch all jene, die die Einführung nicht gesehen haben, werden mit Kapitel 2 hervorragend zurecht kommen. Dennoch hat die Verfilmung mit zwei Problemen zu kämpfen. Zum einen wäre da die Länge. Fast drei Stunden sind gerade für einen Schocker lang. Und entsprechend fällt es schwer, die Spannung die ganze Zeit über aufrecht zu erhalten. Zudem setzt Muschietti statt auf subtilen Grusel vor allem auf möglichst viele Schock- oder Schreck-Momente. Das funktioniert eine Zeit lang ganz gut, aber nicht dauerhaft. Hier verliert Kapitel 2 im Vergleich zu 1 deutlich. Nicht jeder allerdings will sich ja einen überlangen Abend lang gruseln, daher muss das nicht für alle ein Nachteil sein. Leider ist auch mancher Spezialeffekt zu einfach als solcher zu erkennen. Das wirkt mitunter billig.

Genre: Horror; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 169 Minuten; Verleih: WHV; Regie: Andres Muschietti; Bill Skarsgård, James McAvoy, Jessica Chastain; USA 2019

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