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Big Kill - Stadt ohne Gnade
Der Western lebt - ein bisschen

Stefan Klug / 18.02.2020, 06:30 Uhr - Aktualisiert 18.02.2020, 09:41
Frankfurt (Oder) (MOZ) Nachdem er seine Frau im Kindbett verloren hat, beschließt Buchhalter Jim, Richtung Westen zu ziehen. Mit Philadelphia lässt er allerdings auch die Zivilisation zurück, wie er bald feststellen muss. Denn auf der Suche nach seinem Bruder, der in Arizona einen gutgehenden Saloon betreiben soll, trifft er auf Jake und Travis. Die haben sich gerade so vor der mexikanischen Armee in einen US-Kavallerie-Stützpunkt gerettet. Aber auch hier besteht deren Tagwerk kaum aus mehr als Whiskey und leichten Mädels. In dieser zwielichtigen Begleitung macht sich Jim auf nach Big Kill. So heißt das Nest, wo er seinen Bruder vermutet. Dort angekommen, findet er den zwar nicht, erfährt aber ziemlich schnell, woher der Ort seinen martialischen Namen hat.

Der Western ist tot, aber zu faul, umzufallen. Filme wie "Big Kill" fungieren hier als Stütze. Aber ob sie das Genre retten können...? Scott Martin jedenfalls macht vieles richtig, um den Wilden Westen filmisch wieder Leben einzuhauchen. Frisches Blut allerdings ist es nur bedingt. Denn der Texaner, der nicht nur das Buch schrieb und Regie führte, ist auch in einer der Nebenrollen zu erleben. Er setzt, wohl als ambitionierter Nachfahre der Cowboys, auf klassische Bestandteile des Western, die da rauchen, saufen, huren, spielen, duellieren und vor allem böse gucken sind. Das alles reichert er mit einer gehörigen Portion neuzeitlicher Sprache nicht ohne Coolness und einem gewissen Witz an. Auch setzt Martin auf die gewohnte Konstellation von einem Greenhorn, ein paar Haudegen, der großen Liebe und natürlich einem Oberschurken. Soweit passt alles, ebenso das Setting. Verlassene Western-Städte gibt es in Arizona einige, das wirkt sehr authentisch. Martins größtes Problem ist die Länge. Für über zwei Stunden gibt die Story einfach nicht genug und vor allem nicht genug neues her. 40 Minuten kürzer und Big Kill hätte eine echte Auferstehung sein können. So bleibt es bei einem Versuch, wenn auch seit langem bei einem guten...

Genre: Western; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 126 Minuten; Verleih: Lighthouse; Regie: Scott Martin; Scott Martin, Christoph Sanders, Clint Hummel; USA 2019

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