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47 Meters down uncaged
Yucatan: Weißer Hai greift in Cenote an

47 Meters down uncaged
47 Meters down uncaged © Foto: Concorde HE
Stefan Klug / 21.02.2020, 06:15 Uhr - Aktualisiert 21.02.2020, 12:00
Frankfurt (Oder) (MOZ) Weil der Vater zu seiner Lebensgefährtin nach Yucatan gezogen ist, muss Mia mit einer Halbschwester und neuen Girls auskommen. Um das angespannte Verhältnis zu lockern, willigt sie ein, entgegen der Absprache nicht aufs Meer zu fahren, sondern an einem Tauchausflug teilzunehmen. Der führt mitten in den Dschungel der mexikanischen Halbinsel. Hier soll sich in einer Cenote eine Maya-Kultstätte befinden. Die Mädels tauchen in die Höhle ab und es kommt prompt zur Katastrophe. Nicht nur, dass sie eine Statue umstoßen und durch aufgewirbeltes Sediment kaum noch etwas sehen können. In der Tiefe gibt es auch Höhlenhaie, die zwar blind sind, aber perfekt auf Geräusche reagieren können. Und so ist das Quartett plötzlich in der Tiefe eingesperrt. Wenn die Mädels nicht ersticken wollen, müssen sie an den Haien vorbei.

Schon "47 Meters down" nahm es mit der Wirklichkeit nicht so genau. Aber immerhin muss der Schocker erfolgreich genug gewesen sein, ihm einen Nachfolger zu spendieren. Da in Sachen Beast- bzw. Hai-Horror seit "Jaws" nun wirklich alles gezeigt wurde, hat sich Johannes Roberts als Autor und Regisseur etwas ganz abenteuerliches einfallen lassen. Er kombiniert den naturgegebenen Grusel von Weißem Hai und Unterwasserhöhle einfach in der Hoffnung, das Angstgefühl zu verstärken. Tatsächlich ist das Cenoten-Tauchen etwas ganz besonderes. Und wer schon einmal in den Süßwasser-Reservoirs der Mayas unterwegs gewesen ist, wird mit den Augen rollen. Denn nicht nur, dass dort kein Platz für große Fische ist, auch ein einziger Flossenschlag sorgt für null Sicht über Stunden. So gesehen hätte spätestens nach dem Umfallen der Statue der Bildschirm milchig grau sein müssen. Geschenkt. Dass Roberts aber einen blinden Grottenolm im Haikostüm von der CGI-Abteilung zaubern lässt, verschlägt einem dann doch die Sprache. Nicht nur, weil man den großen Weißen im karibischen Raum vergebens sucht. Dazu labern die Mädels unter ihren Vollgesichtsmasken ununterbrochen und können mit ganz wenig Sauerstoff gaaanz lange aushalten. Ein Beitrag zum Bildungsauftrag jedenfalls ist der neue Shark-Horror nicht geworden. Dafür hält er jedoch einige Schreckmomente bereits, die sich leider über längere Zeit ankündigen. Trotz all der Ungereimtheiten muss man Roberts aber zugestehen, dass die Geschichte von der Sache her, also handwerklich, nicht schlecht inszeniert wurde. Und wer sich "Sharknado" antut, wo es Haie vom Himmel regnet, erlebt zudem, dass es noch viel aberwitziger zugehen kann.

Genre: Horror; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 90 Minuten; Verleih: Concorde HE; Regie: Johannes Roberts; Sophie Nélisse, Corinne Foxx, Brianne Tju; USA 2019

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