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8 Tage
Endzeit-Thriller: Schauplatz Berlin

Stefan Klug / 04.03.2020, 15:18 Uhr - Aktualisiert 11.03.2020, 17:21
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Lage ist ernst. Und hoffnungslos. Denn alle Versuche scheiterten, den Asteroiden "Horus" von seinem Kollisionskurs abzubringen. Er wird im westlichen Europa einschlagen und Deutschland liegt in der Todeszone.

Acht Tage bleiben Zeit und in Berlin bricht Panik aus. Alle Regeln sind außer Kraft gesetzt, das gesellschaftliche Leben löst sich auf. Die einen versuchen die eigentlich aussichtslose Flucht gen Osten, denn die Grenzen sind dicht und werden schwer bewacht. Andere haben das Unheil kommen sehen und sich bunkermäßig vorbereitet. Die nächsten nehmen das Schicksal an und beschließen, die verbleibenden Tage als rauschende Party zu überstehen. Und wiederum andere wollen zumindest ihr Seelenheil retten und geben sich Gebeten und Prozessionen hin. Dazwischen sind aber auch immer wieder Menschen, die einfach so weitermachen, Polizisten etwa, die immer noch versuchen, einen Rest von Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten. Doch die Uhr tickt gnadenlos runter.

Wenn man es nicht besser wüsste, müsste man annehmen, der Verleih hätte auf eine Gelegenheit wie die derzeitige gewartet. Zwar herrscht angesichts von Corona keine Weltuntergangsstimmung, doch bei manchem macht sich schon etwas wie Panik breit. Da könnte "8 Tage" helfen, denn der Achtteiler zeigt uns, dass es durchaus noch schlimmer kommen kann. Andererseits entwirft das Autoren-Team ein ziemlich beängstigendes Szenario, was passiert, wenn dann doch bestimme auch psychologische Grenzen überschritten werden. Der Aufbau der Sky-Serie folgt dabei ein wenig dem bekannten Muster von Weltuntergangs-Geschichten und betitelt die einzelnen Episoden entsprechend. Es beginnt bei Panik, geht über Krieg und endet schließlich mit Frieden, was so ziemlich alles bedeuten kann. Es werden verschiedene Einzelschicksale exemplarisch für ganze Gruppen herausgearbeitet, die sowohl die unterschiedlichen Herangehensweisen wie auch Reaktionen der Beteiligten zeigen. Trotz der eigentlich enormen Menge an Zeit, bleibt die Inszenierung relativ an der Oberfläche. Der Zuschauer wird ins Hier und Jetzt geworfen, die Entwicklungen davor, aus denen ja bestimmte Handlungen resultieren, bleiben meist im Dunkeln. Anders als beispielsweise bei "These Final Hours", der vor fünf Jahren mit einem ähnlichen Setting schockte, behält sich "8 Tage" irgendwie noch immer vor, dass die Protagonisten die Geschichte überstehen können. Seinerzeit in Australien raste bereits ein Feuersturm über den Erdball, war das Ende gesetzt.

Eine Reihe auch bekannter deutscher Schauspieler stand für den Überlebens-Thriller vor der Kamera. Solche wie Henry Hübchen beispielsweise versuchten, der Geschichte eine gewisse Lässigkeit zu vermitteln. Andere wie Christiane Paul neigten dagegen zum Overacting, so, als ob die Situation nicht glaubwürdig schlimm genug sei.

Genre: Drama; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 400 Minuten; Verleih: AV Visionen/Sky; Regie: Stefan Ruzowitzky; Christiane Paul, Mark Waschke, Lena Klenke; D 2019

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