Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

The Addams Family
Immer Ärger mit den Nachbarn

Stefan Klug / 06.03.2020, 10:40 Uhr - Aktualisiert 06.03.2020, 11:23
Frankfurt (Oder) (MOZ) Ach ja, die Nachbarn. Die können schon ganz schön nerven. Vor allem, wenn man anders ist als sie. Beispielsweise so wie Familie Addams. Nirgendwo halten sie es lange aus, denn irgendwann kommen die von nebenan drauf, dass man es nicht nur mit schrägen Vögeln zu tun hat, sondern auch mit solchen, von denen etwas unheimliches ausgeht.

Als ausgerechnet bei der Hochzeit von Morticia und Gomez der Mistgabel bewährte Mob aufmarschiert, beschließt man, das Weite zu suchen. Ein viktorianisches Gemäuer, ehemals eine Irrenanstalt, außerhalb und oberhalb eines netten Städtchens, scheint der perfekte Ort. Und um Ärger mit den Nachbarn von vornherein auszuschließen, machen sich die Addams auf eine Kennenlerntour. Die kommt nicht wirklich gut an und zudem trifft man auf Margaux Needler, eine Innenausstatterin, die sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Behausungen der Gegend zu uniformieren. Und da sind sie dann wieder die Probleme der Familie, die einfach nur ihr Ding machen will.

Nachdem eine weitere Fortsetzung als Realfilm gescheitert ist kehrt die morbide Familie viele Jahre später nun animiert zu den Zuschauern zurück. Dabei ist dies zugleich eine Rückbesinnung auf die Wurzeln, denn Charles Addams hatte Ende der 1930-er Jahre Erfolge mit seiner Schöpfung als Comic gefeiert. Greg Tiernan und Conrad Vernon versuchen dabei den Spagat, den durchaus düsteren Inhalt und schwarzen Humor mit einer kindgerechten Altersfreigabe in Übereinstimmung zu bringen. Das gelingt recht gut, wenngleich auf beiden Seiten Abstriche gemacht werden müssen. Zum einen agiert die Handlung mit ungemein vielen Verweisen aus der Horrorfilm-Geschichte. Sei es der Butler, der Frankenstein sehr ähnlich sieht, oder der rote Luftballon aus ES. Und ein ums andere Mal wird auch dialogseitig versucht, morbiden Spaß ans Publikum zu bringen. Selbst wenn dieser dann eher an ältere gerichtet ist, sollte das für jüngere kein Problem darstellen. Andererseits beschneidet sich die kindgerechte Aufarbeitung natürlich dabei, auch mal bissiger oder drastischer zu Werke zu gehen. Dafür werden allgemeingültige Werte gut vermittelt, eine Lanze fürs Anderssein gebrochen.

Von der technischen Seite her ist die Produktion voll auf der Höhe der Zeit. Die Animationen sind bestens, die Effekte toll und die bildliche Seite ohne Kritik. Dazu passiert ständig etwas, so dass der Aufmerksamkeitsfaktor durchaus hoch fürs die Zuschauer ist.

Genre: Animation: FSK: 6 Jahre; Laufzeit: 86 Minuten; Verleih: Universal; Regie: Greg Tiernan, Conrad Vernon; Ca/USA 2019

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG