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Eine ganz heiße Nummer 2
Let's dance in der Provinz

Stefan Klug / 20.03.2020, 15:43 Uhr - Aktualisiert 30.03.2020, 11:23
Frankfurt (Oder) (MOZ) Nicht etwa das Corona-Virus, sondern fehlendes Highspeed-Internet sorgt dafür, dass Marienzell die Einwohner ausgehen. Junge Leute und Selbstständige verlassen die bayerische Provinz, weil ohne den Glasfaserdraht ins Web das Leben einfach weniger lebenswert ist.

Dieser Umstand greift auch direkt in Marias Familienplanung ein. Denn der Freund will unter diesen Umständen kein Kind. Da die taffe Blondine vor ein paar Jahren schon einmal bewiesen hat, dass sie durchaus pragmatisch denkt, ist sie es wiederum, die eine Lösung präsentiert. Im Nachbarort soll ein Tanzwettbewerb für Publikum sorgen und das Preisgeld dafür, dass sich genügend Teilnehmer finden. Der Sieg hier wäre immerhin ein Anfang. Denn so könnten die Marienzeller die Sache selbst in die Hand nehmen, und den Anschluss aus eigener Tasche bezahlen.

Dieses Mal kein Telefon-Sex

Vor neun Jahren sorgten Maria und das Dorf in "Eine ganz heiße Nummer" schon einmal filmisch für Aufmerksamkeit. Seinerzeit holten die Ladies mit Telefon-Sex Geld rein, damit der Lebensmittel-Laden bleibt. Dieses Mal ist das Ziel größer, die Mittel allerdings sind tugendhafter. Rainer Kaufmann verweist in seinem Werk zwar immer wieder auf die Vorarbeit vom Kollegen Markus Goller, bleibt aber züchtig in Wort und Bild. Überhaupt ist die Komödie eine satte Mischung aus Zeitgeist- und Heimatfilm. Zu ersterem gehrt zweifellos Jorge Gonzales. Der Let’s-Dance-Juror hat in dem Streifen einen netten Cameo-Auftritt. Als Tanzprofi, natürlich, bringt er Glamour in die Provinz. Die zeigt sich dabei insofern schon sehr aufgeklärt, als dass der Paradiesvogel dort kaum wirklich für Aufruhr sorgt. Der Rest ist viel Mundart, Eigenart und ländliche Beschaulichkeit, zumindest vor der Fassade. Dahinter fliegen schonmal die Fetzen und beim Bier verträgt man sich wieder. Typisch Bayern eben.

Genre: Komödie; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 91 Minuten; Verleih: Constantin; Regie: Rainer Kaufmann; Gisela Schneeberger, Rosalie Thomass, Bettina Mittendorfer; D 2019

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