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Motherless Brooklyn
Edward Nortons Krimi als Film-Noir

Stefan Klug / 23.05.2020, 16:00 Uhr - Aktualisiert 23.05.2020, 18:54
Frankfurt (Oder) (MOZ) Eigentlich will Lionel Essrog, den alle nur Brooklyn nennen, herausfinden, wer seinen Chef und Freund Frank erschossen hat. Doch bei seinen Nachforschungen stößt der Privatschnüffler auf etwas, das alles in den Schatten stellt.

Denn Frank war an einer Sache dran, bei der er wohl einflussreichen Leuten auf die Füße getreten ist. Und die haben irgendwann die Revolvermänner losgeschickt. Brooklyn kann anfangs die Zusammenhänge gar nicht erfassen, weil die Mafiamethoden auf der einen und der Kampf der Schwarzen gegen Rassismus auf der anderen Seiten nicht wirklich zusammenpassen wollen. Und dann kommt da noch ein angesagter Jazz-Club ins Spiel. Schlussendlich ist es dann ein städtischer Angestellter, der wie ein König über New York zu herrschen versucht, dem es aber nicht vordergründig um Geld, sondern viel mehr um Macht geht.

Edward Nortons zweite Regie-Arbeit ist ein echter Autorenfilm geworden. Denn der Schauspieler hat zudem das Drehbuch geschrieben und ist selbst in der Hauptrolle zu sehen. Für das Script adaptierte Norton Jonathan Lethems Roman­vor­lage, verlegte die Zeit der Handlung aber zurück in die 1950-er Jahre. Das gab ihm dann die Möglichkeit, vor allem stimmungsmäßig der Geschichte eben jenen mysteriösen Mafianstrich zu geben. In bester Film-Noir-Manier fährt Norton Schlapphüte und dunkle Ecken wie auch Machenschaften auf.

Diese Gesamtgemengelage vermag er durchaus spannend und wendungsreich zu inszenieren, ohne das Tempo wirklich hoch zu halten. Dennoch beschleicht den Zuschauer trotz der zweieinhalb Stunden nur sehr selten ein Gefühl von Länge. Etwa dann, wenn die Kamera zu viel Nebensächlichkeiten der Stimmung wegen einfängt. Der sehr prominente Cast und die Mischung zwischen bekannten und weniger bekannten Gesichtern, dazu eine wirklich gelungene Zeitreise sowohl in Sachen Kulisse wie auch Atmosphäre sorgen insgesamt für einen sehr ordentlichen Auftritt. Da passt selbst Brooklyns Tourette hinein, obwohl die Erkrankung inhaltlich nicht wirklich von Belang ist.

Genre: Thriller; FSK: 12 Jahre: Laufzeit: 145 Minuten; Verleih: WHV; Regie: Edward Norton; Edward Norton, Gugu Mbatha-Raw, Alec Baldwin; USA 2019

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