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Bad Boys for Life
Will Smith macht weiter

Stefan Klug / 06.06.2020, 16:14 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Nein, als frischgebackener Opa ist Marcus zu alt für wilde Verfolgungsjagden durch Miami. Er will aussteigen und das Team, das er mit Mike seit 25 Jahren bildet, verlassen.

Der wehrt sich dagegen und will einen Vergleichswettkampf. Doch ehe eine Entscheidung fällt, wird er mitten auf dem Ocean Drive niedergeschossen. Wieder halbwegs genesen ist es eine Frage der Ehre für ihn und seine Kollegen, den Killer zu stellen. Offensichtlich ist der noch für andere Anschläge auf Richter, Spitzel und Cops verantwortlich. Die Ziele führen Mike zwangsläufig zu einem Fall in der Vergangenheit, in den er mehr als nur als Polizist involviert war. Und das gefällt Marcus gar nicht. Andererseits kann er seinen Kumpel nicht hängen lassen. Bad Boys for Life ist der Kitt, der sie zusammenhält.

Will Smith und Martin Lawrence sind tatsächlich schon ein Vierteljahrhundert ein Film-Gespann. Smith hat die Zeit äußerlich wirklich gut überstanden. Von Lawrence kann man das nicht zwingend sagen. Insofern teilt das Drehbuch beide in die jeweils richtige Rolle ein. Hier der Aktive, da der Bremser. Aber auch Smith’ Mike ist gealtert. Mittlerweile stehen Typen auf beiden Seiten des Gesetzes, die seine Kinder sein könnten. Und keine Frage, frisches Blut tut dem mittlerweile dritten Teil der Bad-Boy-Geschichte gut. Die Belgier Adil El Arbi und Bilall Fallah haben den Platz von Michael Bay auf dem Regiestuhl eingenommen und Jerry Bruckheimer als Co-Produzenten gewonnen. Damit ist die Richtung klar. Denn auch der neue Auftritt der bösen Jungs setzt auf viel Bewährtes, vor allem, was den Action-Part anbelangt. Mikes Affinität zu schnellen Luxuskarren wird dabei nur teilweise befriedigt, drei Verfolgungsjagden auf 120 Minuten sind ebenso nicht wirklich viel. Dafür wurden sie qualitativ hochwertig in Szene gesetzt.

Wo Bruckheimer drauf steht ist viel Rumms drin. Auch daran hat sich nichts geändert. Die Shootouts kommen krawallig mit hohem Bodycount daher und gen Ende geht dann noch ein ganzer Gebäudekomplex in Flammen auf. Hier gibt es ordentlich was zu sehen. Und bei den Special-Effects ist nicht immer klar, ob die nun am Computer generiert oder oldschool in Szene gesetzt wurden. Gut so! Insgesamt sind Tempo wie auch Unterhaltungswert hoch. Dazu wird der Personenkreis geschickt erweitert, denn ganz zum Schluss ist ein gewaltiger Cliffhanger ganz klares Indiz dafür, dass es einen weiteren Teil geben wird.

Auch wenn die Handlung nicht mehr so ganz auf das Cop-Duo fokussiert ist, das gern mal über die Stränge schlägt, so passt die Gesamtmischung hervorragend. Allein schon, wie über ein Vierteljahrhundert hinweg die Geschichte gesponnen wurde und hier sinnvoll zusammengeführt wird, ist bemerkenswert. Die Helden sind in Würde gealtert und passen ihr Handeln dementsprechend an. So wirkt hier nichts peinlich, was man nicht von allen Action-Stars in Hollywood sagen kann.

Geblieben ist in jedem Fall der bonbonbunte Hochglanzlook, den schon die Vorgänger von Miami zeichneten. Satte Farben, tolle Kontraste und immer ein wenig die exotische Extravaganz des Florida-Hotspots, den Will Smith gern auch styleseitig aufträgt. Das ist toll anzuschauen und passt perfekt zum Inhalt. So könnte es mit den Bad Boys tatsächlich for Life werden, zumindest aber sind sie schon sehr zeitlos.

Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 124 Minuten; Verleih: Sony Pictures Entertainment; Regie: Adil El Arbi, Bilall Fallah; Will Smith, Martin Lawrence, Paola Nuñez; USA 2020

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