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64 Minutes
Weißer Cop rettet schwarzes Mädchen

Stefan Klug / 19.06.2020, 15:28 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Frank Penny ist der freundliche Cop von nebenan. Auf der Straße stets präsent und für alle da. Doch Penny trägt schwer an seiner Vergangenheit. Die holt ihn nun ein.

Denn die Tochter seines ehemaligen Vorgesetzten wird entführt. Und obwohl sich alle Einheiten aus der Sache raushalten sollten, gerät Penny mitten hinein. Einfach nur, weil einer der Kidnapper sein Revier durchquert. Da kann ein Polizist nicht einfach die Füße stillhalten. Am Ende ist der Typ tot und die vermeintlich letzte Spur zur entführten Elfjährigen versiegt. Erneut sieht sich Frank mit dem Vorwurf konfrontiert, für den Tod eines Kindes verantwortlich sein zu müssen. Doch dann keimt Hoffnung. Allerdings bleiben nur 64 Minuten, das Mädchen zu finden. Mehr Zeit hat Penny nicht, dafür Ava Brooks an der Seite. Ein junge Straßenreporterin, die via Livestream von der Jagd nach dem Kidnapper berichtet.

Weißer Cop rettet schwarzes Mädchen. Besser als diese passt keine Schlagzeile in die Zeit. Wenn man es nicht anders wüsste, hätte man dem Verleih Absicht beim Timing der Veröffentlichung (s. Black Lives Matter) unterstellen müssen. So ist’s halt ein klassischer Zufall. Das sollte jedoch die Rolle von Aaron Eckhart keineswegs in den Hintergrund drängen. Der reiht sich nun in die Riege der nicht mehr ganz so jungen Schauspieler ein, die im Action-Genre zeigen, dass sie noch fit genug für ausufernde Verfolgungsjagden und knackige Zweikämpfe sind. Eckhardt ist sowohl ausdauernd wie er auch Nehmerqualitäten bestätigt. Den trockenen Humor, den das Script seiner Rolle mitgibt, den konnte er schon immer. Denn mit der jungen Reporterin (?) als Sidekick bekommt das Geschehen teils fast einen komödiantischen Dreh. Hier jung, öko und voller Illusionen vom wahren Journalismus und dort, naja, das genau Gegenteil, bringt der Clash der Generationen ordentlich Abwechslung ins Geschehen. Allerdings ist genau das wiederum ein Problem. Denn Steven C. Miller kann sich offensichtlich nicht so wirklich entscheiden, was sein Film nun sein soll. Gags über Elektroautos oder Unkenntnis in Sachen Smartphone passen eigentlich nicht zu einer Entführungsgeschichte. Um so weniger, da das Leben eines Kindes bedroht ist.

Unter dem Aspekt der Unterhaltung allerdings wurde hier vieles richtig gemacht. Es ist spannend, actionlastig, teils lustig. Stunts und Spezialeffekte sind sehr sehenswert in Szene gesetzt worden. Und den Logik-Apsekt, na, den lassen wir einfach mal unter den Tisch fallen.

Genre: Action; FSK: 12 Jahre; 98 Minuten; Verleih: Koch; Regie: Steven C. Miller; Aaron Eckhardt, Courtney Eaton, Ben McKenzie; USA 2019

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