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Nachlese zum MOZ-Kunstpreis in Hoppegarten

Aus weiblicher Perspektive

Die "Aufbäumende" von Ute Manoloudakis ist in der Rathaus-Galerie in Hoppegarten zu sehen.
Die "Aufbäumende" von Ute Manoloudakis ist in der Rathaus-Galerie in Hoppegarten zu sehen. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Inga Dreyer / 15.12.2017, 08:00 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Im leichten Sommerkleid liegt die Frau am Rand eines türkisfarben leuchtenden Swimmingpools. Den rechten Arm hat sie über ihre Augen gelegt, als würde die Sonne sie blenden. Sie wirkt, als schwebe sie in Gedanken versunken über dem Wasser. "Swimming Pool II" von Sue Hayward ist eines der Werke von 13 Künstlerinnen, die die Rathaus Galerie Hoppegarten im Rahmen der fünften Nachlese zum Brandenburgischen Kunstpreis der "Märkischen Oderzeitung" und der Stiftung Schloss Neuhardenberg zeigt.

Sue Haywards 60 mal 190 Zentimeter großes Werk ist eines der stimmungsvollsten. Die Künstlerin arbeitet mit mehreren Ebenen - der Frauenkörper scheint durch eine halb transparente Schicht aus Gaze. Tatsächlich ist es eine Erinnerung, die Sue Haywards hier verarbeitet - an ihre Kindheit und Jugend im australischen Brisbane. "Wir waren das ganze Jahr viel draußen", erzählt sie.

Auch Kristine Narvida hat auf dem Ölbild "Wachsein III" einen merkwürdigen Zustand zwischen Traum und Wirklichkeit eingefangen. Eine Frau liegt auf der Seite, den Kopf auf den Armen, doch der Blick geht in die Ferne, als ob Gedanken sie am Schlafen hindern. Ihr schwarzes Haar vermengt sich mit dem dunklen Hintergrund, von Weitem betrachtet schimmert nur ihre helle Haut in der Dunkelheit.

Die Galeristin Gabriele Stolze und ihr Mann Raymund haben zum fünften Mal den Brandenburgischen Kunstpreis zum Anlass genommen, eine eigene Ausstellung zu konzipieren. Die Schauen in Neuhardenberg, Frankfurt (Oder) und Eberswalde können nur einen Teil der künstlerischen Vielfalt im Land abbilden. In Hoppegarten sind nun weitere Bewerbungen zu sehen: Plastiken, Zeichnungen und Gemälde - dieses Mal nur von Frauen.

Künstler haben es generell nicht leicht, betont Raymund Stolze. Nur etwa drei Prozent der in Brandenburg Ansässigen könnten von ihrer Kunst leben. Weibliche Kunstschaffende hätten es noch schwerer und seien in Ausstellungen oft unterrepräsentiert. Auffällig sei, dass sich beim Brandenburgischen Kunstpreis jedoch viele Frauen beteiligen. Lediglich bei der Verleihung des Lebenswerkes gäbe es ein Ungleichgewicht, bemerkt Stolze.

"Ich finde, Männer werden immer noch bevorzugt", sagt Maren Reblin über den Kunstbetrieb. Die Künstlerin aus Panketal zeigt das Gemälde "Trügerische Idylle", auf dem große Raben in einen Blumengarten eine Puppe zerreißen. Es thematisiere das Eindringen des Weltgeschehens in den Kosmos des kleinen Bürgers.

Sabine Lenk arbeitet mit Rakeln und zeigt mit "Wassertanz", "Feuertanz" und "Gewitter" eine Serie von abstrakten Arbeiten. Auch sie finde es gut, dass es eine Ausstellung nur für Künstlerinnen gibt, allerdings seien die gezeigten Bilder nicht frauenspezifisch.

Der Titel "Frauenkunst - Kunstfrauen" wirft tatsächlich die Frage auf, was das eigentlich sein soll? Viel eher scheinen die gezeigten Positionen für die universale Vielfalt künstlerischer Formen zu stehen.

Bis 15.2, Mo/Fr 9-12 Uhr, Di 9-12/14-19 Uhr, Do 9-12/13-17 Uhr, Rathaus Galerie Hoppegarten, Lindenallee 14, Hoppegarten; Finissage am 15.2., 17 Uhr

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