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Die Potsdamer Künstlerin Astrid Germo zeigt ihre Hinterglasmalerei in Müncheberg

Überall ist Schönheit

Majestätisch: "Schwäne über der Oder" von Astrid Germo
Majestätisch: "Schwäne über der Oder" von Astrid Germo © Foto: MOZ/Gerd Markert
Stephanie Lubasch / 12.01.2018, 08:37 Uhr
Müncheberg (MOZ) Der Himmel, in den sich die Schwäne majestätisch hinaufschwingen, ist weit und blau. Fast scheint es, als würden sie mit ihren mächtigen Flügeln Wasser und Wald unter sich wegdrücken. Während die letzten von ihnen offenbar noch das Band der Schwerkraft spüren, wirken die oberen schon von allem Ballast befreit.

Noch bis Anfang Februar sind Astrid Germos "Schwäne" in der Stadtpfarrkirche Müncheberg(Märkisch-Oderland) zu sehen. In der Ausstellung "Alles hinter Glas" zeigt die Potsdamer Künstlerin eine ganz besondere Technik: Seitenverkehrt, also vom Vordergrund beginnend, trägt sie für ihre Bilder lichtdurchlässige Acrylfarben auf eine dünne Glasscheibe auf. Durch die vielen Schichten wirken die Arbeiten mitunter fast plastisch; der unterschiedliche Farbauftrag ermöglicht Tiefe, an anderer Stelle Leichtigkeit.

Ihre Inspirationen holt sich die 1960 in Halle/Saale geborene und an der Burg Giebichenstein ausgebildete Künstlerin dabei vor allem aus der Natur. "Ich werde wohl bis ins hohe Alter Blumen, Vögel und Frauen malen", sagte sie schon vor Jahren. In Müncheberg nimmt nun ein weiteres ihrer Lieblingsthemen viel Raum ein: Fische.

Barsch, Goldbrasse, Scholle - sie alle schwimmen vor ornamentalem, mal tiefseedunklem, mal freundlich hellblauem oder goldrot glänzendem Hintergrund, als habe die Malerin sie auf einer Tapete oder einem kostbaren Stoff drapiert.

Meist im Freien und in entspannter Pose, begegnen dem Betrachter die Frauen auf Astrid Germos Bildern. Zwei lassen sich auf der "Elbe" in einem Kanu treiben, in der Hand eine Zigarette und einen Zweig, der sanft ins Wasser stippt. Eine Brünette hebt "Vor der Hecke" ihr Prosecco-Glas; auf dem Kleid einer Blondine, die vor einem blühenden Obstbaum steht, fliegt "Eine Schwalbe".

Alles in Astrid Germos Bildern ist ein "Ja" zum Leben, zur Natur, gern auch mit einem Augenzwinkern wie bei "Und immer wieder mal 'ne Kuh", mit dem sie sich im vergangenen Jahr um den Brandenburgischen Kunstpreis der Märkischen Oderzeitung beworben hat. Auf ihren Landschaftsbildern blüht und wuchert es, wenn auch nie heillos, sondern stets harmonisch und mit Bedacht.

Hoch konzentriert wiederum kommen Astrid Germos Stillleben daher, "Sieben Äpfel" auf einem blau-weißen Teller, "Drei Quitten" oder ein Pfund gebundener "Spargel" auf einem Silbertablett. Bodenständig wirkt das, als würde die Künstlerin die Schönheit des Einfachen, des Alltäglichen feiern und uns immer wieder mit leisem Jubel vor Augen führen.

Das anzuschauen macht Spaß - und lässt nicht zuletzt wegen der Besonderheit der Hinterglasmalerei mitunter auch staunen. Schade nur, dass die Lichtverhältnisse in der Kirche für diese Kunstform nicht an allen Stellen optimal sind. Wer einen trüben Tag erwischt, sollte, wenn möglich, auf jeden Fall noch einmal wieder kommen.

Bis 4.2., Mo/Fr 10-16 Uhr, Di/Do 10-18 Uhr, So 13-17 Uhr, Stadtpfarrkirche, Ernst-Thälmann-Str. 52, Müncheberg

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